23. Jahrgang,
Ausgabe 11
Nov. / Dez.
2017
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Aktuell

A26-Ost - Vorschau auf den 11.Dezember
Mit der Schaluppe in Wilhelmsburgs Zukunft
Kunst am Bunker
So hat Wilhelmsburg gewählt
Konstruktives Miteinander auf Augenhöhe?
Alternativen zur A26-Ost finden!
Frag’ Deine Nachbarn!
Ankommen - Helfen
Wichtige Dokumentationen

A26-Ost - Vorschau auf den 11.Dezember
Was Staatsrat Rieckhof sagen könnte

A26-Ost

Grafik: DEGES April 2017, bearbeitet von Michael Rothschuh, November 2017

Michael Rothschuh. Die Perspektiven-Gruppe hatte Forderungen für die A26-Ost aufgestellt: Tunnel auf der ganzen Länge, zumindest aber von der Bahn bis zur A1, keine Anschlussstelle in Stillhorn, aber auch keine am Autobahndreieck A26/A1, dafür eine Anschlussstelle im Westen Höhe Pollhorner Hauptdeich (siehe Inselrundblick 10/2017). Bei einem Info-Termin in Stillhorn forderten mehr Bewohner*innen als bei Perspektiven! vertreten sind, dass die A26-Ost, falls sie gegen den Willen der Wilhelmsburger*innen gebaut wird, an der B75 Wilhelmsburger Reichsstraße endet.
Verkehrs-Staatsrat Rieckhof will am 11. Dezember antworten. Michael Rothschuh hat per moderner Telepathie schon mal in sein Manuskript geguckt.:
„Liebe Wilhelmsburgerinnen und Wilhemsburger,
wir freuen uns, dass die Bürger und Bürgerinnen so intensiv und produktiv an dem Beteiligungsprozess von Perspektiven teilgenommen haben, und danken ihnen, dass sie den Krawallmachern, die immer gar nichts wollen, nicht gefolgt sind. Ich möchte Ihnen ganz knapp die Ergebnisse mitteilen:

Zu 1: Leider ist hier keine Anschlussstelle möglich, aber langfristig wird die Verlängerung des Pollhorner Hauptdeichs bis zur Hohen-Schaar-Straße zur Entlastung der Georg-Wilhelm-Straße geprüft; dies ist ja nicht Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens für die A26-Ost. Es wird schwierige Gespräche mit der HPA geben, da die Hafenbahn dann über die Verlängerung des Pollhorner Hauptdeiches geführt werden müsste.

Zu 2: Bei einem Ende der A26 an der Reichsstraße müsste der volle Anschluss zwischen A1 und Reichsstraße sowie zur Kornweide hergestellt werden. Dies hat aber die grüne Senatorin Hajduk 2009 offenbar auf Wunsch der Wilhelmsburger*innen nicht gewollt. Daran halten wir uns. Deshalb wird die A26-Ost bis zur A1 geführt.

Zu 3: Wir haben keine Mühe und Kosten gescheut und nach schwierigen Verhandlungen mit dem Bund können wir verkünden: Der Tunnel wird u.a. unter der Otto-Brenner-Straßen-Brücke hindurch in die in einen Trog gelegte A26 verlängert. Wir haben ja auch schon im Februar versprochen, dass eine Verlängerung in Aussicht steht, wenn die Wilhelmsburger*innen im Perspektiven-Prozess darum bitten. Östlich von der Anschlussstelle wird dann die A26-Ost über den Brausielgraben geführt, auf dessen Erhalt die Naturschützer so großen Wert legen.

Zu 4: Aus verkehrlichen Gründen wird der Autobahnanschluss für die A1 und A26 an die Otto-Brenner-Straße verlegt. Nur so kann ein dreistöckiger Knoten in Stillhorn vermieden werden. Die Kornweide östlich des Anschlusses wird zu einer ruhigen Straße, praktisch ohne LKW. Zum Lärmschutz ist ein Gewerberiegel, verbunden mit dringend erforderlichem Wohnungsbau, entlang der Otto-Brenner-Straße angedacht. Dazu wird es ein städtebauliches Verfahren mit intensiver Bürgerbeteiligung der Perspektiven! geben.

Zu 5: Die Abfahrt von der A26 Richtung Süden wird mit einer Brücke über die Kornweide auf die A1 geführt, wodurch Kirchdorf- Süd entlastet wird.

Nochmal: Herzlichen Dank auch an die Organisator*innen von Perspektiven! für ihre gute Zusammenarbeit mit uns.“

 

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Mit der Schaluppe in Wilhelmsburgs Zukunft
Wie sieht Wilhelmsburg in zehn Jahren aus? BürgerInnen wollen es grün lassen

Schaluppe

Eine schöne Idee: Eine Fahrt mit der Schaluppe durch
Wilhelmsburgs noch grüne Mitte
. Foto: MG

MG. Im Gegensatz zu der rasanten Entwicklung der Wilhelmsburger Mitte war die Floßfahrt auf der Schaluppe entlang der Planungsgebiete äußerst gemächlich. Perspektiven! Miteinander planen für die Zukunft hatte zu der Floßfahrt eingeladen.
Bei strahlendem Sonnenschein ging es von den Ursula-Falke-Terrassen am Bürgerhaus bis zum Biergarten am Ernst-August-Kanal. Dieses gemütliche Floß wurde von Mitgliedern des Vereins für mobile Machenschaften selbst gebaut. Es war beeindruckend, wie die Mechanik funktionierte, als nach den drei Brücken das Oberdeck wieder hochgefahren wurde. Kai Michael Dietrich, Projektleiter bei der IBA Hamburg GmbH und seine Kolleginnen erläuterten die Planungen für das Rathausviertel und das Elbinselquartier beim Vorübergleiten.
Nach dem Anlegen im Ernst-August-Kanal ging es dann zu Fuß weiter in das letzte der drei Plangebiete, das Spreehafenviertel. In diesem Dreieck zwischen Schlenzigstraße, Harburger Chaussee/Hafenrandstraße und Ernst-August-Kanal soll ein Mischgebiet aus Gewerbe, Sportanlagen und 1000 Wohnungen entstehen.

Workshop I

Zum ersten Workshop kamen rund 100 Interessierte
in die Ganztagschule Fährstraße.
Foto: han

Das Bürgerbeteiligungsverfahren läuft nach dem gleichen Schema ab wie bereits beim Rathausviertel und dem Elbinselquartier: Auftaktveranstaltung – Onlinebefragung – Workshop I – Rückfragenkolloquium – Workshop II – Workshop III – Entscheidung der Jury. Und wie in allen bisherigen Bürgerbeteiligungsverfahren fordern die BürgerInnen ein Zusammenwachsen mit der Nachbarschaft, hier insbesondere mit dem Reiherstiegviertel, insbesondere bezahlbare Wohnungen, dynamische architektonische Struktur, Orte des Miteinanders, autoarmes Wohnen, gute ÖPNV-Versorgung
und: „Wilhelmsburg ist ein grüner Stadtteil und soll es auch bleiben.“
Die letzte Forderung ist den BürgerInnen bei dem Spreehafenviertel besonders wichtig, denn es ist geprägt durch Waldflächen. Die TeilnehmerInnen fordern deshalb: „Der Städtebau im Spreehafenviertel soll sich dem Erhalt von Grün unterordnen ( ... ) Im Zweifelsfall ist zugunsten des Baumbestandes von den geplanten maximal 1000 Wohnungen abzuweichen. Und die Ursprünglichkeit soll bewahrt werden: Grünbereiche naturnah und zum Teil wild belassen.

Spreehafen-Workshop

Insgesamt drei Architekturbüros stellten bei dem Workshop ihre Entwürfe
zum Spreehafenviertel vor. Die BürgerInnen konnten ihre Meinung dazu kundtun
.
Foto: han

Am 2. November werden im Bürgerhaus die überarbeiteten Entwürfe der drei Planungsbüros vorgestellt. Dann wird man sehen, wie weit die Forderungen der BürgerInnen umgesetzt werden sollen. Letztlich entscheiden die Investoren. Sie sollen durch wiederholendes Planen und gleiche Typologien die Baukosten niedrig halten und so bezahlbaren Wohnraum schaffen. Und wie die neuen Viertel in der Wilhelmsburger Mitte möglicherweise aussehen werden, kann man in dem Dreieck westlich des Behördenbaus an der Neuenfelder Straße bewundern: kein Baum, kein Strauch, sondern eckige, dichte und massive Bebauung.

 

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Kunst am Bunker
Die Nordfassade des Energiebunkers entlang der Neuhöfer Straße wurde von zwei Graffi ti-Künstlern komplett umgestaltet

Bunker

50 Meter lang und an der höchsten Stelle neun Meter hoch:
Das Graffiti-Kunstwerk verleiht dem Energiebunker ein neues Gesicht
.
Fotos: han

han. Es sieht aus, als könnte man durch die drei Meter dicke Außenwand des Betonkolosses hindurchsehen. Wer einen Blick auf die Nordfassade des Energiebunkers entlang der Neuhöfer Straße wirft, sieht dicke, bunte Rohre ins Innere des ehemaligen Flakbunkers laufen. Auch der zwei Millionen Liter fassende Wassertank zur Wärmespeicherung ist erkennbar. Daneben ist der Panoramablick über das Weltquartier zu sehen, die Häuser Wilhelmsburgs, die mit Strom und Wärme aus dem Bunker versorgt werden. Der Energiebunker hat ein neues Gesicht.
Verantwortlich dafür sind die beiden Graffiti-Künstler Christian Thomas und Jonathan Sachau. Drei Wochen haben sie an ihrem 50 Meter langen und an der höchsten Stelle neun Meter hohen Kunstwerk gearbeitet. „Wir haben rund 250 Dosen Farbe dafür verwendet“, sagt Christian Thomas, dessen Graffiti-Künste in ganz Wilhelmsburg präsent sind. „Es ist das größte Bild, das ich je gemalt habe.“
Christian Thomas alias „AtMe“ hat sich den Entwurf für das Kunstwerk am Bunker ausgedacht. „Ich habe versucht, den Konzeptentwurf in das Bauwerk einzufügen. „Ich wollte die Bedeutung des Energiebunkers nicht entstellen“, sagt der 34-Jährige. „Eine besondere Herausforderung bei der Umsetzung war bei der enormen Größe des Bildes, die Perspektive zu bewahren.“

Bunkergraffiti

Drei Wochen haben Christian Thomas und
Jonathan Sachau für das Bild gebraucht.

Auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure, die an der Realisierung beteiligt waren, war für die beiden Künstler eine Herausforderung. Finanziert wurde das Projekt von HamburgEnergie, die Mitglieder des Quartiersbeirates Wilhelmsburg haben es einstimmig angenommen. „Alle Akteure zufriedenzustellen war in manchen Situationen schon nicht ganz einfach“, sagt Jonathan Sachau, der mit seiner Firma „Dosenfutter“ seit 2013 in ganz Norddeutschland Graffiti-Aufträge realisiert. „Aber am Ende haben wir einen Kompromiss gefunden.“
Sachau hat mehr an dem Panoramabild gearbeitet, Thomas an dem Innenleben des Energiebunkers. „Aber insgesamt haben wir Hand in Hand gearbeitet“, sagt Sachau, der seit mehr als einem Jahr mit Thomas zusammenarbeitet. Der Familienvater, der auf St. Pauli lebt, hat schon im Jahr 1999 mit Graffiti-Kunst angefangen. Die Reaktionen der Passanten, die während ihrer Arbeit am Energiebunker vorbeiliefen, waren durchaus positiv – bis auf eine kleine Ausnahme.
„Als wir gerade mit der Grundierung fertig waren, kam ein Mann, der uns ziemlich angemeckert hat, was wir denn da machen würden. Aber als wir ihm erklärt haben, dass das Bild noch lange nicht fertig ist, hat er sich beruhigt“, sagt Sachau. Andere Passanten blieben stehen und haben gestaunt, Familien schauten sich das Panoramabild an und versuchten, ihre Wohnungen zu finden. „Eigentlich fanden es alle gut“, sagt Thomas. „Ich freue mich, dass wir die Unterstützung aus dem Stadtteil bekommen haben, um dieses Projekt zu realisieren.“

 


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So hat Wilhelmsburg gewählt
SPD gewinnt deutlich, verliert aber knapp 12 Prozent im Vergleich zu 2013. Linke fast so stark wie CDU. 10 Prozent wählen die AfD, Grüne etwas mehr als neun Prozent. Nur rund 60 Prozent der WilhelmsburgerInnen gehen wählen

Wahlurne

Nur rund 60 Prozent der WilhelmsburgerInnen gingen wählen
- rund 4 Prozent mehr als 2013.
Foto: han

han. Mit 27331 Wahlberechtigten durfte etwa jede zweite in Wilhelmsburg gemeldete Person an der Bundestagswahl teilnehmen. Von denen haben sich rund 40 Prozent entschieden, ihre Stimme nicht abzugeben – aus welchen Gründen auch immer. Die geringste Wahlbeteiligung war im Wahllokal 13616, Karl-Arnold-Ring zu verzeichnen. Hier gaben nur 33,5 Prozent der Wahlbenachrichtigten ihre Stimme ab. Auch in den Wahllokalen am Perlstieg 1 (39,9 Prozent), Rotenhäuser Damm 45 (39,8 Prozent), Zeidlerstraße 50 (38,8 Prozent) und Krieterstraße 5 (38 Prozent) war die Wahlbeteiligung besonders niedrig. 40 Prozent Nichtwähler - ein Wert, den sich die einzelnen Parteien als Wahlergebnis nur wünschen können.
Aber die Machtverhältnisse im Bundestag und die Hamburger Direktkandidaten haben diejenigen bestimmt oder zumindest beeinflusst, die zur Wahl gegangen sind. Und die Wähler haben sich entschieden: Wilhelmsburg bleibt rot. Wie vor vier Jahren haben die Sozialdemokraten auf der Elbinsel die Nase vorn, auch wenn sie herbe Verluste erleiden mussten.
Mit 28,7 Prozent der Stimmen sind sie mit Abstand die stärkste Partei. Vor vier Jahren konnten sie noch 38,9 Prozent der Zweitstimmen für sich beanspruchen. Im Karl-Arnold-Ring, Wahllokal 13616 haben die Sozialdemokraten ein Traumergebnis erzielt. Knapp 44 Prozent der insgesamt 381 abgegebenen Stimmen ging an die SPD, dahinter mit 19,2 Prozent die Linke.
Die CDU hat in Wilhelmsburg - wie bei den vergangenen Wahlen - nicht unbedingt ihre Stammwählerschaft - lediglich knapp 20 Prozent gaben ihre Zweitstimme den Christdemokraten. Damit sind sie mit knappem Vorsprung vor den Linken zweitstärkste Kraft in Wilhelmsburg. Nur im Wahllokal im Bauernstegel 2 gewinnt die CDU deutlich mit 36,9 Prozent, zweitstärkste Kraft wurde dort die SPD mit 20,3 Prozent, gefolgt von der AfD mit knapp 11 Prozent. Auch in der Rahmwerder Straße sind die Wähler der CDU wohlgesonnen, hier holten sie 31,1 Prozent der Zweitstimmen, dicht gefolgt von der SPD (28,7 Prozent). Mit 12,7 Prozent wurde auch hier die AfD drittstärkste Kraft.

Drittstärkste Kraft wurde in Wilhelmsburg die Linke mit 18 Prozent. Die Linke gewinnt im Wahllokal 13801 in der Katenweide 8 mit 42 Prozent deutlich, die SPD holt hier nur 10,4 Prozent. In den beiden Wahllokalen in der Fährstraße 90 gewinnen die Linken ebenfalls deutlich mit jeweils über 30 Prozent, in der Fährstraße 51 sogar mit 38,1 Prozent. Auch im Slomannstieg gewinnt Die Linke mit 29 Prozent vor der SPD und den Grünen mit jeweils etwa 20 Prozent.
Die AfD hat in Wilhelmsburg mit 10 Prozent der Zweitstimmen mehr als im Hamburger Durchschnitt (7,8 Prozent) geholt. Die meisten AfD-Wähler gab es im Wahllokal in der Prassekstraße (17,2 Prozent, 81 Stimmen) und im Wahllokal 13620 im Stübenhofer Weg 20, dort haben sogar 17,4 Prozent der Wähler die AfD gewählt.

Die Grünen blieben in Wilhelmsburg mit 9,2 Prozent weit unter dem Wert für ganz Hamburg (13,9 Prozent). Im Wahllokal in der Fährstraße 90 haben sie mit 16,8 Prozent ihren besten Wert erzielen können, am wenigsten im Karl-Arnold-Ring mit 2,4 Prozent der Wählerstimmen.
Mit 34,8 Prozent der Erststimmen (53446 Stimmen) setzt sich Metin Hakverdi (SPD), gefolgt von Herlind Gundelach (CDU, 28,1 Prozent), erneut beim Direkteinzug in den Bundestag im Wahlkreis Hamburg Bergedorf-Harburg durch. Peter Lorkowski von der AfD erreichte 10,9 Prozent (16688 Stimmen), David Stoop von der Partei Die Linke 10,7 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis.

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Konstruktives Miteinander auf Augenhöhe?
„Perspektiven!“ stellt BürgerInnengutachten zu A26-Ost vor

Anschlussstelle Pollhornbogen

Alternativvorschlag Anschlussstelle Pollhornbogen.
Foto: hk

hk. Die erste Phase des Beteiligungsverfahrens zur geplanten A26-Ost, der „Hafenpassage“ durch Wilhelmsburgs Süden, ist abgeschlossen. Anfang des Monats überreichte eine Delegation Staatsrat Rieckhof von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) das BürgerInnengutachten zur geplanten Autobahn, das in den „Perspektiven“-Workshops erarbeitet wurde. In einer öffentlichen Gesprächsrunde am 12. Oktober erläuterte Sören Schäfer von „Perspektiven“ die einzelnen Punkte.
Im Zentrum des Gutachtens steht die Forderung nach einem durchgehenden A26-Ost-Tunnel von der Wilhelmsburger Reichsstraße bis zum Anschluss an die A1 in Stillhorn sowie die Ablehnung der geplanten Anschlussstelle Otto-Brenner-Straße. Als Begründung werden die bekannten Einwände dagegen konkretisiert (siehe auch WIR Nr. 5 und 7/17). Einen breiteren Raum nimmt der im Workshop erarbeitete Gegenvorschlag eines Anschlusses „Pollhornbogen“ ein. Danach soll mit einer Verlängerung des Pollhorner Hauptdeichs und Pollhornwegs eine Zufahrt auf die A26-Ost nach Osten eingerichtet werden. Auf die bisher vorgesehenen Anschlussstellen könne so verzichtet werden. Außerdem biete diese Lösung dem LKW-Verkehr im dortigen Industriegebiet die kürzeste Verbindung zur A26.
Als weitere Punkte im Umfeld der Autobahnplanung werden im Gutachten die Stärkung des Radverkehrs und des ÖPNV und generell ein Masterplan für Naturschutz und Nachhaltigkeit auf den Elbinseln gefordert. Diese Punkte würden, so Sören Schäfer, unabhängig von den Entscheidungen zur A26-Ost in der Diskussion bleiben. In der Gesprächsrunde gab es dann kritische Anmerkungen zu einzelnen Punkten. So wurden die technische Machbarkeit der Pollhornbogen-Lösung angezweifelt und die Mehrkosten hinterfragt. Einige Teilnehmer bezweifelten, dass DEGES und Behörden die Kernvorschläge wirklich ernsthaft in Erwägung zögen – Staatsrat Rieckhof hatte sich bei der Übergabe des Gutachtens für das „konstruktive Miteinander“ und die „Begegnung auf Augenhöhe“ bedankt – wahrscheinlich würden sie eher mit den bekannten Argumenten für nicht machbar erklärt. Das BürgerInnengutachten bliebe dann nur folgenloses „Gemurkse“.
Sören Schäfer betonte, die konkrete technische Machbarkeit und die Finanzierung seien nicht Gegenstand der Workshops gewesen. Allerdings habe eine grobe Einschätzung die Machbarkeit der Pollhornbogen-Lösung nicht verworfen. Die Null-Variante, also die grundsätzliche Ablehnung der A26-Ost, als Ergebnis des Perspektiven-Prozesses, sei ausgeschlossen gewesen. Er räumte ein, dass auch die meisten Mitglieder des Beteiligungsverfahrens die A26 eigentlich überhaupt nicht wollten. Daran knüpften Vertreter des „Bündnisses Verkehrswende Hamburg“ an und verlasen ein Statement.(Wortlaut s. unten. Danach verließen sie demonstrativ die Gesprächsrunde): Man sehe sich durch diese Aussage im Bürgergutachten in der generellen Ablehnung der A26-Ost bestätigt. Aber bei allen sinnvollen Forderungen im Falle der Realisierung der A26, sei das Verfahren eben keine echte „Bürgerbeteiligung“ gewesen.
Weil es die A26-Ost-Planung als gegeben hinnähme und auf die bestehenden gesetzlichen und politischen Möglichkeiten
zur Verhinderung des Projekts verzichte. Daran wolle man sich nicht beteiligen.
Sören Schäfer meinte, aus seiner Sicht seien das Bündnis für Verkehrswende und das Perspektiven-Beteiligungsverfahren beides Teile des demokratischen Prozesses um die A26-Ost: Am 11. Dezember werde der Staatsrat in einer öffentlichen Veranstaltung im Bürgerhaus zu den Forderungen des BürgerInnengutachtens Stellung nehmen. Man dürfe gespannt sein. Ein Gesprächsteilnehmer aus Altona regte noch an, man solle die Zeit bis dahin doch nutzen, um hamburgweit mit Plakaten und Flyern auf den Widerstand der WilhelmsburgerInnen gegen die Autobahn aufmerksam zu machen. Nördlich der Elbe wisse man von der A26-Ost gar nichts.

 

Kommentar

hk. Die Null-Variante, also die grundsätzliche Ablehnung der A26 war beim Beteiligungsverfahren ausgeschlossen. Bei genauerer Betrachtung kommt aber auch die Forderung nach einem langen Tunnel als Voraussetzung einer Null-Variante gleich. Das BürgerInnengutachten beruft sich zwar darauf, dass Tunnel und Anschlussstellen nach Angaben von DEGES und BWVI noch diskutierbar seien. Aber alle Offiziellen haben auf Veranstaltungen der letzten Zeit dieser Variante aus technischen und finanziellen Gründen eine Absage erteilt. Was wird aus dem Beteiligungsverfahren, wenn der Staatsrat im Dezember bestätigt, dass die Kernforderung des Gutachtens definitiv nicht mehr zur Debatte steht Die einzelnen anderen Vorschläge zu Radverkehr, ÖPNV und Nachhaltigkeit sind gut. Aber ohne die geforderte Tunnellösung könnten eigentlich auch die Gutwilligsten das Ganze nicht mehr als Bürgerbeteiligung zur A26-Ost verkaufen.


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Alternativen zur A26-Ost finden!
Wer macht mit?

WIR. Bei der Vorstellung des „Bürger*innengutachtens“ zur A26-Ost (s. oben) gab Jochen Klein folgendes Statement des „Bündnis‘ Verkehswende Hamburg“ zu dem Gutachten ab:
„Wir haben auf der Kick-Off-Veranstaltung zu diesem Prozess (gemeint ist „Perspektiven!“, die Red.) deutlich gemacht, dass diese wichtigen Voraussetzungen nicht erfüllt sind und wir deshalb keine Möglichkeit zur Teilnahme sehen.
Der „Perspektiven!“-Prozess zur A26-Ost verdient den Namen „Bürgerbeteiligung“ nicht, da er nicht ergebnisoffen war. Weder durften Alternativen bezüglich Trassierung, noch „Keine-Autobahn“-Konzepte untersucht werden. Zudem waren die Menschen in Moorburg und in Bostelbek in diesen Prozess nicht eingebunden.
Wir freuen uns trotzdem, dass die Arbeitsgruppe „Perspektiven!“ grundsätzlich festhält, dass die A26-Ost in Wilhelmsburg niemand will. Da wir vor dem eigentlichen Planfeststellungsverfahren sind, den der Gesetzgeber als förmlichen Teil der Bürgerbeteiligung geschaffen hat, gibt es noch die Möglichkeit, die Autobahn zu vehindern.

Wir erkennen an, dass die Arbeitsgruppe im Falle der Realisierung des Gesamtprojektes die größtmögliche Schadensbegrenzung in ihrer Stellungnahme formuliert hat und im Ganzen auch noch die Themen Umwelt und ressourcenschonende Mobilität behandelt. Deshalb möchten wir alle Mitwirkenden, die der Autobahnplanung kritisch gegenüberstehen, einladen, sich dem „Bündnis Verkehrswende Hamburg“ anzuschließen. Um die Ziele, die der Hamburger Senat als Grundlage seines Mobilitätskonzeptes formuliert hat, jetzt auch als Grundlage der allgemeinen Mobilitätsentwicklung in Hamburg anzuwenden. Das heißt insbesondere hier im Süden auf die Planungen der A26- Ost.

Zum Mobilitätskonzept: Der Bau der A26-Ost und die zugrundeliegenden Zahlen und Prognosen beruhen auf einer anachronistischen Verkehrsplanung. Die gesellschaftlichen Debatten sind längst weiter und die Mobilitätskonzepte auch. Wir arbeiten an Alternativen. Wer macht mit?“

 

 

 

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Frag’ Deine Nachbarn!
Gespräche über Lebenswege nach Wilhelmsburg

Margret Markert. In Wilhelmsburg, der Insel mitten in Hamburg und mitten in Europa, haben ihn fast alle der 50.000 Bewohnerinnen und Bewohner: den so genannten Migrationshintergrund. Ob aus Europa oder der ganzen Welt, ob seit Jahrzehnten hier ansässig oder gerade angekommen, ob aus Liebe, aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen hier neue Perspektiven suchend – fest steht: Sie alle sind Zeitzeugen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben.
Und die wiederum gehört zur Geschichte des Stadtteils, der seit 150 Jahren von Einwanderung geprägt und bereichert wird.
Unter dem Titel „Cinema Europa - Lebensläufe von Geflüchteten und Angekommenen in Wilhelmsburg“ startet die Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg&Hafen gemeinsam mit dem Verein „Die Insel Hilft“ und dem Kinderkulturbereich der Honigfabrik ein neues Erzählprojekt.
Einer von den vielen hier Angekommenen ist Carlos Romero, der 1960 aus Spanien nach Wilhelmsburg kam, hier heiratete und heimisch wurde und nun zwischen der Elbinsel und Spanien pendelt. Bevor er als junger Erwachsener nach Deutschland kam, gab es einen Ort in Madrid, der ihm und seinen Freunden ermöglichte, der bedrückenden Atmosphäre der Franco-Diktatur für ein paar Stunden zu entfliehen: das Cinema Europa.

Was für Romero Zuflucht war, soll für uns Programm sein. Wir wollen Menschen in Wilhelmsburg dazu animieren, mit ihren Mitmenschen ins Gespräch zu kommen, ihren Geschichten zuzuhören, um davon kleine Filmclips zu produzieren, die dann in ihrer Fülle und Einzigartigkeit ein lebendiges Cinema Europa ergeben. In dem die Geschichten zu sehen sind, die vom Fortgehen, von der Hoffnung, vom Traum von Europa, vom Ankommen und vom Zerrissensein erzählen.
Als Geschichtswerkstatt wollen wir für die Geschichten der Ausgewanderten, Geflüchteten und Angekommenen Neugier wecken und sie hör- und erlebbar machen. Dabei möchten wir möglichst viele Menschen aus dem Stadtteil in das Projekt einbeziehen:
Über die Schule, über die Arbeit, über den Sportverein, über den Kleingarten – wir alle haben Kontakte zu Menschen, die irgendwann neu hier angekommen sind. Wir wollen Euch anregen: Sprecht mit Euren Nachbarn, Kollegen, Freundinnen, schenkt ihren Geschichten Gehör! Fragt sie: Welche Wege haben sie nach Wilhelmsburg geführt? Wie sind sie in Wilhelmsburg angekommen? Wie ist es für sie, in Wilhelmsburg zu leben? und überhaupt: Was ist für sie wichtig, zu erzählen?
Dafür suchen wir offene und freundliche Menschen, die den Geschichten des Stadtteils auf die Spur gehen wollen. Die Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg vermittelt das dafür nötige Wissen und Rüstzeug: Wie führe ich ein Gespräch und was mache ich damit? Was ist überhaupt Oral History?
Wer neugierig geworden ist, sei herzlich willkommen, sich an diesem Vorhaben zu beteiligen. Wir freuen uns auf neugierige und kontaktfreudige Menschen, die etwas von ihrer Zeit den Geschichten und der Geschichte des Stadtteils schenken wollen!

Mit einer Mail an markertm@honigfabrik.de oder einem Anruf unter Tel. 42 10 39 15 in der Geschichtswerkstatt gibt es weitere Informationen.

 

 

 

 

 

 

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Ankommen - Helfen

Behördeninitiative „Neuenfelder Straße Hilft“
Weltcafé: Neuenfelder Straße 19 (in der Behörde), jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr.
Es werden Gesprächs- und Spielgruppen angeboten.

Koordination sozialräumliche Integration von Flüchtlingsunterkünften
Flavia Suter, Fachamt Sozialraummanagement
Bezirksamt Hamburg-Mitte, Klosterwall 4,
20095 Hamburg, Tel.: 428542397,
Mail: flavia.suter@hamburg-mitte.hamburg.de

Jobs, Qualifizierung, Berufseinstieg
Marktplatz der Begegnungen
7. September 2017, 9.30 – 12 Uhr, Handwerkskammer Hamburg, 3. Etage, Holstenwall 12, 20355 Hamburg,
Hamburger Messe zur Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. Angesprochen sind in erster Linie volljährige, nicht schulpflichtige Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive, die sich bereits etwas auf Deutsch verständigen können oder gute Englischkenntnisse mitbringen.
Formlose Anmeldung per E-Mail bis zum 1. September 2017 an britta.wilken@hwk-hamburg.de (eine Angabe der Teilnehmer-Anzahl genügt).

Ratgeber
HVV-Broschüren für Geflüchtete
Der Hamburger Verkehrsverbund bietet Info-Broschüren in den Sprachen Deutsch/Englisch/Arabisch/Farsi.
Die Information zu dem HVV-Abo auch in Tigrinya unter http://www.hvv.de/pdf/service/downloads/hvv_how-to-travelby-hvv_flyer.pdf oder
http://www.hvv.de/pdf/service/downloads/hvv_abo_in_fuenf_sprachen.pdf
oder http://www.hvv.de/pdf/service/ downloads/hvv_mobilitaetsberatung_fluechtlinge.pdf

Gewaltschutz für Frauen
Schutz und Sicherheit vor Gewalt für geflüchtete Frauen und Jugendliche in Deutschland.
Kostenlose Broschüren unter www.mimi-bestellportal.de


Baderegeln
in verschiedenen Sprachen unter https://www.dlrg.de/presse/pm-baderegeln.html

 

Die Insel Hilft e. V. ...
... berichtet aus den Gruppen

Klönschnack mit Ralf an jedem zweiten Donnerstagabend im Wechsel mit dem Tandem-Treffen

... freut sich über
- Freiwillige für die Organisation von Sportangeboten,
- HelferInnen für die Öffentlichkeitsarbeit,
- Interessierte für Tandem-Partnerschaften.
- HelferInnen für Hausaufgabenhilfe
Inselhaus, Erlerring 1, 21109 Wilhelmsburg (Kirchdorf-Süd)
Tel. 35 62 86 67,
Mail: mail@inselhilfe.org
Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag, 11 bis 14 Uhr.
Mehr auf: www.inselhilfe.org

 

 

 

 

 

 



 

 

 

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Wichtige Dokumentationen

A26 - Finkenriek - Kornweide Präsentation < mehr

Informationen für Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien < mehr

Erklärung von Mitwirkenden des Initiativen-Netzwerkes Elbinseln zur Planungswerkstatt „Zukunftsbild Elbinseln 2013+“ am 22.2.2013 < mehr

Geruchsbelästigung durch Norddeutsche Ölwerke etc.: hier das NOW-Gutachten vom TÜV Nord vom 13.02.2009

Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße:< Schreibens des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwickluing vom 16.09.2011

Bildungszentrum Tor zur Welt, Krieterstraße: < Lageplan

Landschaftsschutzgebiet Wilhelmsburg < mehr

Spreehafen-Präsentation < mehr

WIR-Inselrundblick - Zeitplan 1994 - 09/2014 < mehr

Kleinanzeigen-Formular für WIR-Zeitung < mehr

 

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