23. Jahrgang,
Ausgabe 7
Juli / Aug.
2017
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Aktuell

Es geht um Kohle - und Gesundheit
A26-Ost: Fluch und Segen frühzeitiger „Bürgerbeteiligung“
Dritter und letzter Teil der Nord-Süd-Achse vorgestellt
Warum das Geben&Nehmen-Regal stehen bleiben sollte
Mit dem Rad durch Wilhelmsburg - Fahrrad-Safari
Dicke Luft in Hamburgs Süden
Watt in der Stadt
Ankommen - Helfen
Wichtige Dokumentationen

Es geht um Kohle - und Gesundheit
Die EU verklagt Deutschland wegen des Kohlekraftwerks in Moorburg. Denn tote Fische schwimmen nicht gegen den Strom

Kohle Protest

AktivistInnen blockieren am 9. Juni die Kattwyk-Brücke und
verhindern Kohle-Transport nach Moorburg.
Foto: Gegenstrom

Ipy. Am 24. April konnten wir in der Tagespresse lesen, dass die Bundesrepublik von der Europäischen Kommission angeklagt und vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) verurteilt wurde. Die Bundesrepublik hat gegen europäisches Umweltrecht verstoßen (Rechtssache C-142/16 EuGH). Was ist passiert? Nun, das Kohlekraftwerk in Moorburg wurde bis zur Urteilsverkündung mit dem Wasser der Elbe gekühlt. Dabei wurde nicht nur Elbwasser angesaugt, sondern auch Fische und Kleinstlebewesen, die dann geschreddert wurden. Zu viele, sagt der EuGH, mehr als der Fauna und Flora zuzumuten ist.
Karen Kristina Hillmer, Sprecherin von Vattenfall, entgegnet dazu: „Zur der dem Verfahren zugrundeliegenden Annahme über die Schädigung von Fischen durch den Kraftwerksbetrieb verweisen wir auf den Monitoringbericht für das erste Betriebsjahr, nachdem von den besonders schützenswerten FFH-Fischarten nur eine sehr geringe Anzahl geschädigt wurden.“ So sollen von Februar 2015 bis März 2016 „weniger als 100 Fische der schützenswerten FFH-Fischarten geschädigt“ worden sein, „während mehr als 34.000 dieser Fischarten im selben Zeitraum der Aufstieg ermöglicht“ worden sein. Sie bezieht sich hier auf eine Fischtreppe, die 30 Kilometer elbaufwärts als Ausgleichsmaßnahme installiert
wurde.
Der EuGH hat zudem festgestellt, dass die Prüfung von umweltverträglichen Kühlalternativen durch die zuständige Hamburger Behörde nicht ausreichend war. Schadensbegrenzungsmaßnahmen müssen zu 100% greifen oder es muss eine Alternative gefunden werden. Die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit der Fischtreppe konnte aber zum Zeitpunkt der Genehmigung nicht festgestellt werden. Deshalb ist die Entscheidung des schwarz-grünen Senates von 2008 laut EuGH rechtswidrig gewesen.
Die BRD habe damit gegen die Habitat-Richtline verstoßen, deren Umsetzungsfrist ist mittlerweile abgelaufen. Damit geht der EuGH mit seinem Urteil noch weiter, als die Anklage geprüft haben wollte. Die BRD ist nun aufgefordert diesen Rechtsverstoß zu beheben. Es drohen Strafgelder.

Laut Klimaschutzprogramm der Bundesregierung gilt es, den CO2-Ausstoß so zu senken, dass er 50% weniger beträgt als noch 1990. Das soll bis zum Jahr 2050 geschafft sein, damit es nicht zu einer Klimakatastrophe kommt. Schon 2008 sagte der Klimaforscher Mojib Latif: „Moorburg darf nicht gebaut werden! Sonst erreichen wir dieses Ziel nicht.“ 2015 lagen wir laut Umweltbundesamt bei 28,1%.
Es sind 8,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr, die das Kraftwerk ausstößt, und die als klimaschädlich nachgewiesen wurden - etwa doppelt so viel wie der Ausstoß des gesamten Hamburger Straßenverkehrs „Das lässt Hamburgs CO2-Bilanz um 50 Prozent steigen“, heißt es auf der Homepage von Greenpeace Deutschland. Aus dem Kraftwerk kommen, neben dem CO2, weitere gesundheitsschädliche Abfallprodukte.

Die Wilhelmsburger Ärzteschäfte erklärte damals schon auf ihrer Homepage: „Luftverschmutzung in Form von Feinstaub,
Schwefeldioxid, Ozon oder Stickoxiden hat ernsthafte Auswirkungen auf die Gesundheit.“ Besonders häufig komme es zu Atemwegserkrankungen. Die Grenzwerte für die BRD liegen weit über den Werten, die die WHO als gerade noch tolerierbar ansieht. Weitere Substanzen tragen ein noch nicht kalkulierbares Risiko mit sich. „Wir sind dem in Wilhelmsburg und auf der Veddel besonders ausgesetzt“, so die Ärzteschaft.
Bei viel Wind und Sonne bringen die Kohle- und Atomkraftwerke nicht weniger Energie ins Stromnetz, dadurch entstehen hohe Kosten im Netz. Das zeigte eine Studie von Greenpeace für das Jahr 2015. In der selben Analyse zeigte sich aber, dass das Kohlekraftwerk in Moorburg dann weniger Strom produziert und ins Netz einspeist, wenn der Strompreis an der Börse unter Null gelegen hat. Damit wird das Kraftwerk in Moorburg zu einer aktiven Bremse auf dem Weg zu mehr Nutzung von erneuerbaren Energien.

Der BUND hat vor dem Oberverwaltungsgericht den ganzjährigen Betrieb des Kühlturms durchgesetzt. Die Stadt Hamburg und Vattenfall sind dagegen in Revision gegangen. Die Erfolgsaussichten dieser von Umweltbehörde und Vattenfall beantragten Revision dürften nach dem Urteil des EuGH reichlich schlecht stehen. Der BUND hatte die Umweltbehörde deshalb aufgefordert, diese Revision zurückzuziehen. Eine Entscheidung in dieser Sache hat die Umweltbehörde noch nicht mitgeteilt.
„Klimaschutz ist Handarbeit“, sagen die Aktivist*innen von Gegenstrom Hamburg dagegen und blockierten die Kattwyk-Brücke am Morgen des 9. Juni 2017. Sie verhinderten den Kohle-Transport nach Moorburg. Sie seilten sich von der Brücke ab, „um auf die Umweltzerstörung durch die Kohleverbrennung“ hinzuweisen, zudem stellt eine der Aktivistinnen fest: „Warum sollten wir also weiter Wälder in tote Mondlandschaften verwandeln und Kohle und Uran um die halbe Welt verschiffen?! Die Zeit drängt und irgendjemand muss sich diesen Machenschaften in den Weg stellen!“

 


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A26-Ost: Fluch und Segen frühzeitiger „Bürgerbeteiligung“
Die Bürger werden frühzeitig informiert – aber wichtige Fragen, wie zum Beispiel zu den Kosten, bleiben offen

Hass u. Deyss

Stefan Deyß, Verkehrsbehörde, und Sebastian Haß, DEGES, erklärten beim „Quartiersgespräch“ im Leonardo-Hotel Stillhorn den Bürgern, warum Hamburg ihrer Meinung nach die A26-Ost braucht. Bei den Bürgern kam keine Freude auf.
Foto: MG

MG. Die sogenannte Bürgerbeteiligung wird bei der Planung der A26 groß geschrieben. Zum Einen gibt es das Verfahren „Perspektiven! Miteinander planen für die Elbinseln“ im Bürgerhaus Wilhelmsburg. Die Vorschläge von dort werden in einem BürgerInnen-Gutachten zusammen gefasst. Zum anderen laden die DEGES und die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) zu Quartiersgesprächen für AnwohnerInnen ein. Diese Gespräche werden von Vertretern der DEGES und der Behörde geführt, die den BürgerInnen die angeblichen Vorteile einer neuen Stadtautobahn anhand von Prognosen erläutern. Für Bedenken wird Verständnis gezeigt und die Prüfung von Alternativvorschlägen zugesagt. Der Wunsch der BürgerInnen, auch einmal die entscheidenden Politiker vor Ort zu sehen, läuft allerdings ins Leere.
So war es auch bei dem Quartiersgespräch am 19. Juni 2017 im Leonardo-Hotel Stillhorn. Stefan Deyß, Abteilung Bundesfernstraßen der BWVI, erklärte, dass Hamburg im Auftrag des Bundes mit der Planung und Durchführung des Autobahnbaus beauftragt sei. Die Planung macht die DEGES, wie auch schon bei der Wilhelmsburger Reichsstraße.

Sebastian Haß, Projektleiter bei der DEGES, stellte den Planungsstand vor und bot individuelle Gespräche an. Die Veränderung der Pläne - Verkürzung des Tunnels, Wegfall des Troges bis zur A1 - begründete er mit den Forderungen des Bundesverkehrsministeriums: Entzerrung des Komplexknotens AD/AS Stillhorn und Wegfall des Troges (zu teuer wegen des hohen Grundwasserspiegels). Inzwischen werden die Kosten der A26-Ost bereits auf weit über eine Milliarde veranschlagt, auch ohne Trog. Haß: „Ich weiß, die Begeisterung hält sich schwer in Grenzen und die AS Otto-Brenner-Straße stößt nicht auf Gegenliebe“. Deshalb gebe es diesen intensiven Dialog. Aber diese Lösung sei aus verkehrlicher Sicht die Standardlösung. Ein feinerer Plan, Variante 2a, Ausklinken nach Süden mit einer Rampe über die Kornweide werde geprüft. Sein Hinweis auf Lärmschutz über der gesetzlichen Norm stieß auf Skepsis, denn das war bei der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße auch schon versprochen aber nicht gehalten worden.

Es gibt jedoch neue Überlegungen. Der Vorschlag aus dem Perspektiven-Prozess „Anschluss Pollhornbogen“ in zwei Varianten, einmal halbseitiger Anschluss Richtung Osten in Verlängerung des Pollhorner Hauptdeichs oder Verlängerung des Pollhorner Hauptdeichs auf die Kornweide, um die Anschlussstelle Hohe Schaar zu nutzen, soll geprüft werden. Der Vorschlag aus dem Publikum, entgegen früherer Vorgaben, eine Auffahrt von der A26 auf die neue Reichsstraße nach Norden zu planen, stieß auf Skepsis: „Dafür ist die verlegte Wilhelmsburger Reichsstraße nicht ausgelegt“, so die Planer. Dem wurde aus dem Publikum vehement widersprochen.
Das Bündnis Verkehrswende Hamburg fordert einen Stopp der Planung für die Hafenquerspange A26-Ost. Auch der Bezirk Harburg hat erhebliche Bedenken gegen den Verlauf der Trasse im Bereich Moorburg. Es gab 1300 Einwendungen. Für den letzten Abschnitt Katenweg/Stillhorn/Kirchdorf-Süd gibt es immer neue Varianten, die eine neue Linienbestimmung erfordern.

Die Präsentation der DEGES finden Sie auf unserer Internetseite
www.inselrundblick.de
Informieren Sie sich über Alternativen http://verkehrswende-hamburg.net.

 

 

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Dritter und letzter Teil der Nord-Süd-Achse vorgestellt
1000 Wohneinheiten im Spreehafenviertel geplant

Spreehafenviertel

Der IBA-Entwurf für das Spreehafenviertel.
Grafik IBA, Foto: MG


MG. Nach den Planungsprozessen für das Wilhelmsburger Rathausviertel und dem Elbinselquartier geht es jetzt um das Dreieck an der Harburger Chaussee, die als viel befahrene Straße erhalten bleiben wird. Das Verfahren ist immer dasselbe: Online-Beteiligung war vom 8. bis 28. Juni 2017, am 15. Juni folgte die Auftaktveranstaltung. Der Workshop fand am 5. Juli statt. Das Ergebnis wird den Planungsbüros mitgeteilt ...

Bei der Auftaktveranstaltung am 15. Juni waren viele Interessierte, auch aus dem Reiherstiegviertel, anwesend, die sich um den vorhandenen Wald sorgten. Zu Recht. Auf die Frage: „Wie viel Wald bleibt erhalten?“, erwiderte Christian Hinz, Projektleiter bei der IBA GmbH, lakonisch: „Der Testentwurf geht von 1000 Wohneinheiten aus. Da bleibt von den Waldstrukturen in der Fläche nicht viel. Im Uferbereich bleiben Bäume erhalten“. Er bestätigte aber, dass sich die IBA GmbH schon mit notwendigen Ausgleichsmaßnahmen beschäftige. Diese sollten so nah wie möglich erfolgen, aber in Hamburg-Mitte und Wilhelmsburg seien die Flächen begrenzt. Die Nachfrage, ob es die Bedarfsanalyse gebe, die im ersten Teil des Perspektivenprozesses 2013 von der AG Wohnen vorgeschlagen wurde, beantwortete Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA, mit Nein. Es würde mit 100 qm je Wohneinheit (nicht gleich Wohnfläche) gerechnet, wie immer im 1/3 Mix, wobei auch die Mietwohnungen mit zirka 8 Euro/Quadratmeter preisgedämpft seien. Es würde viel Platz für Baugemeinschaften geben.
Zu den Bedenken, dass der Öffentliche Nahverkehr nicht noch mehr Menschen befördern könne und die Kapazitäten der
Busbahnhöfe an ihrer Grenze seien, wurde darauf verwiesen, dass es eine neue Buslinie geben würde. Pein: „Das kommt
im Rahmen der Funktionsplanung, Busse, Kitaplätze usw. Das Vorhaben dauert noch einige Jahre, in denen man die Infrastruktur anpassen kann.“ Sie verwies auch auf die bestehende Buslinie zum alten Elbtunnel und auf die Fähre.

 


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Warum das Geben&Nehmen-Regal stehen bleiben sollte
Ein Beitrag von Leon Stein, 12 Jahre alt

Regal

Das Geben&Nehmen-Regal in der Fährstraße/Ecke Veringstraße
wird von vielen WilhelmsburgerInnen genutzt.

Foto: han

Bücher kosten Geld. Spielzeug auch. Kleidung kostet sehr viel Geld. Die beste Art solche Sachen zu bekommen (oder loszuwerden) ist das Verschenken und/oder Geschenktbekommen.
Seit einiger Zeit gibt es dafür in der Fährstraße eine bestimmte Vorrichtung, das Geben&Nehmen-Regal.
Das Prinzip: Dort steht ein Regal mit Comics, Spielzeug, Kleidung, Büchern und jede Menge anderem Zeugs gefüllt, wo man Sachen herausnehmen und hineintun kann. Da das Ganze an einem zentralen Ort aufgebaut ist, funktioniert es deutlich effizienter als das „Zum-Verschenken-Prinzip“ auf dem Bürgersteig vor dem eigenen Haus. Leider gibt es seit einiger Zeit Beschwerden über das Regal. Wieso, ist mir unklar. Das Regal ist relativ sauber gehalten und wenn wir Schuhe oder derartiges dort abstellen, ist es innerhalb von Minuten weg.

Selbstverständlich ist es auch besser für die Umwelt und den Geldbeutel, wenn man die Produkte weitergibt, anstatt sie wegzuschmeißen. Schließlich müssen diese Sachen auch produziert werden, häufig unter schlechten Bedingungen (Kinderarbeit & Co.) und das verbraucht Ressourcen.
Zusätzlich kann ich mir gut vorstellen, dass sich Flüchtlinge und Neuankömmlinge über diese Vorrichtung freuen. Wenn man neu in diesem Land ist, ist es bestimmt praktisch, wenn man wenigstens die modernen Standards wie frische Klamotten oder Schuhe besitzt. Aus diesen Gründen wünsche ich mir, dass das Geben&Nehmen-Regal bleibt.

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Mit dem Rad durch Wilhelmsburg
Hamburg landet beim Fahrrad-Klimatest wieder auf den letzten Plätzen. Wie sieht es auf den Elbinseln aus?

Radweg 1

Trotz Verkehrsberuhigung ist die Veringstraße für das Lieferfahrrad zu gefährlich
- nun quält es sich auf dem alten aufgemalten Fahrradweg auf dem Bürgersteig.

hk. Bei der bundesweiten Umfrage des „Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs“ (ADFC) landete Hamburg wieder ganz hinten auf Platz 31 von 39 Großstädten. Die Opposition kritisiert, dass die Fahrradpolitik des Senats vor allem aus ständigem Selbstlob bestehe, aber eine wirkliche verkehrspolitische Wende mit einer Abkehr von der „autogerechten Stadt“ noch nicht erkennbar sei. So kritisiert der ADFC die immer wieder geänderten Pläne für das Velorouten-Netz. Im Konfliktfall würden statt einer Einschränkung von Auto-Fahrspuren die Fahrradstreifen schmaler gemacht oder auch alte Fahrradwege nur mit dem Schild „Veloroute“ versehen.
Bemängelt wurden von den TeilnehmerInnen der Umfrage vor allem schlechte, holprige Alt-Radwege und die mangelhafte Sicherheit auf den in den letzten Jahren überall angelegten Radstreifen. Zwar biete die Verlegung des Radverkehrs auf die Fahrbahn im Prinzip mehr Sicherheit. Die Radstreifen seien aber oft viel zu schmal, der Überholabstand zu gering und sie würden von Autos zugeparkt. (Im vielbeschworenen Kopenhagen sind die fahrbahngeführten Radwege drei Meter breit und haben zur Autospur hin einen Bordstein.)

Radweg 2

Plötzlich Schluss mit freier Fahrt: Übergang vom Loop
(Gerd-Schwämmle-Weg) über die Dratelnstraße

Ein Problem für viele AlltagsradfahrerInnen ist außerdem, dass die Velorouten vor allem stadtteilübergreifende „Fernstraßen“ sind, auf denen man schnell mit dem Rad vom Stadtrand ins Zentrum fahren kann und umgekehrt. Die innerörtlichen Radwege, auf denen man zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Schule fährt, sind nicht Thema der Velorouten-Planung.
Wilhelmsburger RadfahrerInnen können viele Kritikpunkte aus der ADFC-Umfrage bestätigen. Und immerhin wurden die Elbinseln ja zu IBA-Zeiten von Senator Horch zur Fahrradmodell-Stadt der Fahrradstadt Hamburg ernannt. Besonders hervorgehoben wurde damals der 5 km lange Rundweg Loop, der aber eigentlich kein Radweg sondern eine „Vielzweckstrecke“ für RadfahrerInnen, FußgängerInnen, JoggerInnen und SkaterInnen ist. Außerdem die Veloroute 11, die vom Elbtunnel über die neue Klütjenfelder Fahrradbrücke (kein Winterdienst) und seit einem halben Jahr bis zur Mannesallee führt. Ansonsten ist wenig passiert. Immer noch gibt es alte verkommene Radwege, neue Radstreifen, die im Nichts enden und statt ernsthafter Planungen fahrradpolitische Schildbürgerstreiche.

Radweg 3

Kirchdorfer Straße, Bushaltestelle Inselpark:
Der Fahrradweg ist zugleich der Bushalteplatz.

Alle Fotos: hk

Bei maroden Radwegen wird statt einer Instandsetzung die Benutzungspflicht aufgehoben und die RadfahrerInnen auf die Fahrbahn verwiesen; Fahrradschutzstreifen werden wieder entfernt, aber das Fahrradsymbol auf der Straße belassen; beliebt ist auch die Beschilderung von Gehwegen als gemeinsame Geh- und Radwege oder „nur“ als Gehweg mit dem weißen Zusatzzeichen 1022-10 „Radverkehr frei“.


Eine kleine Fahrrad-Safari in Bildern

Radweg 10

Radweg? Da war doch mal was? Südliche Veringstraße.

 

Radweg20

An der Neuhöfer Straße: Diese Variante ist dann
besonders bei den FußgängerInnen beliebt ...

 

Radweg 30

... und aus! Radwegende Kirchdorfer Straße/S-Bahn-Brücke.

 

Radweg 40Radweg 50

Westseite ...............................................................Ostseite
Ja, ganz richtig: Die krautigen Grünstreifen neben den Gehwegen waren mal die Fahrradwege
der Otto- Brenner-Straße.

 

Radweg 60

Erst soll der Radler sich auf dem gefährlich schmalen Radstreifen kleinmachen
- und dann plötzlich vor den Autos ausbreiten: Georg-Wilhelm-Straße/Ecke Pollhornweg.

 

Radweg 70

Die Abgrenzung gegenüber der Autofahrbahn lässt sich nur erahnen:
Der Fahrradstreifen auf der Georg- Wilhelm-Straße.

 

Radweg 80

„Kannst du in die Tonne hau‘n, Alter!“
Der Müllcontainer und das Schild - was das Baustellenmanagement an der
Kornweide von einem Weg für Fahrradfahrer und Fußgänger hält.

 


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Dicke Luft in Hamburgs Süden
Südlich der Elbe plant Hamburg keine Maßnahmen zur Luftverbesserung

Protest

VertreterInnen vom „Bündnis Verkehrswende Hamburg“ übergeben
vor der Umweltbehörde (BUE) Stellungnahmen zur 2. Fortschreibung des Luftreinhalteplans an den Pressesprecher der BUE, Jan Dube.
Foto: MG

MG. Mit Fristablauf 23. Juni 2017 übergaben Mitglieder des Bündnisses Verkehrswende Hamburg rund achtzig Stellungnahmen gegen die 2. Fortschreibung des Luftreinhalteplans. Jan Dube, Pressesprecher der Behörde für Umwelt und Energie (BUE), nahm die Dokumente entgegen und bestätigte, diese an die Fachabteilung weiter zu geben. Insgesamt sind laut Umweltbehörde mehr als 150 Einwendungen eingegangen. Durch Vorgaben der Europäischen Union war Hamburg verpflichtet, einen neuen Luftreinhalteplan bis zum 30. Juni 2017 zu beschließen.
Das Bündnis Verkehrswende Hamburg bemängelt, dass der Luftreinhalteplan lediglich konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Luft für Hamburg nördlich der Elbe vorsieht und fordert für Hamburgs Süden: Die A26-Ost darf nicht gebaut werden, qualitative Verbesserungen bei der S-Bahn müssen umgesetzt werden und die konkrete Planung einer U-Bahn muss starten. Nach überschlägiger Durchsicht sind die auf die A26-Ost bezogenen Einwendungen nicht aufgenommen worden.
Michael Rothschuh vom Bündnis Verkehrswende Hamburg meint dazu: „Einwendungen waren nach dem FFF(fristlos, formlos, fruchtlos)- Prinzip zwar nicht fristlos, aber form- und fruchtlos.“

Auf Wilhelmsburg wird die Luft im Park hinter dem Bunker gemessen. Wilhelmsburg ist besonders belastet durch den Hafen, das Kohlekraftwerk Moorburg und die Verkehrstrassen quer über die Insel. Weitere Messstationen sind daher erforderlich, um die tatsächliche und zukünftige gesundheitliche Belastung der BewohnerInnen durch Stickoxid, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Kohlenwasserstoff, Feinstaub und Schwefeldioxid festzustellen.
„Die Zweite Fortschreibung des Luftreinhalteplans für Hamburg mit der Darstellung des Ablaufs des Beteiligungsverfahrens sowie der Gründe und Erwägungen, auf denen die getroffene Entscheidung beruht, kann noch bis einschließlich 17. Juli 2017 bei der Behörde für Umwelt und Energie, Neuenfelder Straße 19, von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 8 bis 15 Uhr und am Freitag in der Zeit von 8 bis 14 Uhr persönlich eingesehen werden (eine
Mitnahme ist nicht möglich)“.

 


 

 

 

 

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Watt in der Stadt
Konkrete Planung für die Deichrückverlegung Ellerholz beginnt

Karte Schweensand

Seit 2012 läuft die Deichrückverlegung Kreetsand im Südosten Wilhelmsburgs, als
Ausgleichsmaßnahme für die Hamburger Deicherhöhungen. Ab 2020 kommt das Gebiet
Ellerholz weiter südlich hinzu. Wertvoller Tidelebensraum entsteht.
Grafik: HPA

MG. Hamburgs neues Deicherhöhungsprogramm (103 km Deichlinie binnen 25 Jahren um mindestens 80 cm höher) startet im Norden der Veddel. Im Jahre 2012 wurde der Bemessungswasserstand von 7,30 m über NN auf 8,10 m über NN erhöht. Grund für die weiter notwendige Erhöhung der Deiche sei unter anderem der Klimawandel. Ein Einfluss der geplanten weiteren Elbvertiefung wird von den Fachleuten verneint.
Mit der Erhöhung muss auch das Deichprofil in der Breite angepasst werden. Eine Erhöhung um einen Meter führt zu einer Verbreiterung um sechs Meter. Dafür muss naturschutzrechtlich ein Ausgleich geschaffen werden, z.B. durch eine weitere Deichrückverlegung. Die Voruntersuchung hat ergeben, dass eine solche Maßnahme im Bereich des Altspülfeldes Ellerholz umsetzbar ist.
Nach der Machbarkeitsstudie bereitet der Senat jetzt die konkrete Planung und Umsetzung vor. Mit dem neu gewonnenen, ökologisch wertvollen rund 20 Hektar großen Deichvorland wird nach Mitteilung der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) der Ausgleich für alle Hamburger Deichbaumaßnahmen komplett erreicht. Baubeginn ist für 2020 vorgesehen. Die Bauzeit wird mehrere Jahre betragen.

Die Deichsicherheit bleibt zu jedem Zeitpunkt der Baumaßnahmen – auch bei einer Sturmflut - gewährleistet. Der alte Deich wird erst zurückgebaut, wenn der neue sich gesetzt hat und standsicher ist. Die Deiche in Ellerholz würden damit später höher und sicherer sein als bislang.
Ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Deichrückverlegung ist die seit 2012 laufende Maßnahme Kreetsand, über die WIR mehrfach berichteten. Auch wenn Ellerholz nur knapp halb so groß ist, wird auch hier an der Elbe wertvoller Tidelebensraum mit einer Wattlandschaft entstehen.
„Watt in der Stadt, welche Metropole hat das schon“, meint Jens Kerstan, Hamburgs Umweltsenator.

 

 

 

 

 

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Ankommen - Helfen

Hamburger Ombudsstelle in der Flüchtlingsarbeit
Die Ombudsstelle ist seit dem 3. Juli als unabhängige Beschwerdestelle in Betrieb und kann von Geflüchteten, ehrenamtlich Aktiven, Bürgerinnen und Bürgern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Unterkünften angerufen werden. Die Geschäftsstelle befindet sich unweit des Hamburger Rathauses.
Wir sind für Sie da! Sprechen Sie uns per E-Mail, telefonisch oder während der Öffnungszeiten an. Sie können auch gern einen Termin mit uns vereinbaren.
E-Mail: ombudsstelle@omb.hamburg.de
Telefon: (040) 428 63 4163
Telefonische Sprechzeiten:
Mo.: 14 – 16 Uhr, Mi.: 9 – 11 Uhr
Große Reichenstraße 14, 20457 Hamburg
Öffnungszeiten:
Di.: 9.30 – 11.30 Uhr, Do.: 16 – 18 Uhr, Weitere Termine nach Vereinbarung.
Bitten teilen Sie uns vorab mit, wenn Sie einen Dolmetscher benötigen.


Baderegeln in verschiedenen Sprachen ...

... finden Sie auf: dlrg.de/presse/pm-baderegeln.html


Jobs, Qualifizierung, Berufseinstieg bei „LiebertA“
Das Integrationsprojekt LiebertA richtet sich an geflüchtete Frauen, die ihre Fähigkeiten im Bereich der Handarbeit sowie ihre Deutschkenntnisse anwenden und erweitern möchten.
Die Teilnahme an dem Projekt ist kostenlos. Für eine Kinderbetreuung während der Kurszeiten ist gesorgt.
Kursstart: 15. August 2017
Dreimal pro Woche finden vormittags vier Unterrichtsstunden statt.
Kursort: Am Veringhof 19, II. Etage, 21107 Wilhelmsburg
Informationen: Herr Omid Qala-Nawi, Tel. 017620578129,
E-Mail: a.qalanawi@madeaufveddel.de


Ausbildung/Job
1. Servicetechniker Windenergie.
Voraussetzungen sind handwerkliches Geschick, Englischkenntnisse, Mathematik
Voraussetzung: Sprachniveau B2.
Infos: Erich Brunken, Tel. 0157/57415930,
ebrunken@berlinausbildung.de

2. Minijobs in der Gastronomie

Voraussetzung: Sprachniveau B2
Infos: Erich Brunken, Tel. 0157/57415930,
ebrunken@berlinausbildung.de


Behördeninitiative „Neuenfelder Straße Hilft“
Weltcafé: Neuenfelder Straße 19 (in der Behörde), jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr.
Es werden Gesprächs- und Spielgruppen angeboten.


Koordination sozialräumliche Integration von Flüchtlingsunterkünften

Flavia Suter, Fachamt Sozialraummanagement
Bezirksamt Hamburg-Mitte, Klosterwall 4,
20095 Hamburg, Tel.: 428542397,
Mail: flavia.suter@hamburg-mitte.hamburg.de


Die Insel Hilft e. V. ...
... berichtet aus den Gruppen

Klönschnack mit Ralf an jedem zweiten Donnerstagabend im Wechsel mit dem Tandem-Treffen

... freut sich über
- Freiwillige für die Organisation von Sportangeboten,
- HelferInnen für die Öffentlichkeitsarbeit,
- Interessierte für Tandem-Partnerschaften.


Kontakt, Öffnungszeiten:

Inselhaus, Erlerring 1, 21109 Wilhelmsburg (Kirchdorf-Süd)
Tel. 35 62 86 67,
Mail: mail@inselhilfe.org
Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag, 11 bis 14 Uhr.
Zahlreiche ehrenamtliche Aktivitäten zur Flüchtlingsbetreuung.
Mehr auf: www.inselhilfe.org

 

 

 

 

 

 



 

 

 

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Wichtige Dokumentationen

A26 - Finkenriek - Kornweide Präsentation < mehr

Informationen für Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien < mehr

Erklärung von Mitwirkenden des Initiativen-Netzwerkes Elbinseln zur Planungswerkstatt „Zukunftsbild Elbinseln 2013+“ am 22.2.2013 < mehr

Geruchsbelästigung durch Norddeutsche Ölwerke etc.: hier das NOW-Gutachten vom TÜV Nord vom 13.02.2009

Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße:< Schreibens des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwickluing vom 16.09.2011

Bildungszentrum Tor zur Welt, Krieterstraße: < Lageplan

Landschaftsschutzgebiet Wilhelmsburg < mehr

Spreehafen-Präsentation < mehr

WIR-Inselrundblick - Zeitplan 1994 - 09/2014 < mehr

Kleinanzeigen-Formular für WIR-Zeitung < mehr

 

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