18.Jahrgang,
Ausgabe 1
Jan. / Feb.
2012
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Wann... in Wilhelmsburg ?

Wo... in Wilhelmsburg ?

 

Aktuell

Wegweisendes Modell
Bürgerbeteiligung – und wie ernst sie genommen wird
Wilhelmsburg und die Sturmflut vom 16./17. Februar 1962
Inseln der Zukunft
Krimi am Deich
„Fahrradstadt Wilhelmsburg“: Wird Wilhelmsburg Modellstadtteil?
Wichtige Dokumente

 

Wegweisendes Modell
Das neue „Veringeck“ im Reiherstiegviertel bietet SeniorInnen Leben und Wohnen unter interkulturellen Vorzeichen. Das Gebäude beherbergt attraktiven Wohnraum abseits von üblicher Schuhkartonarchitektur inklusive einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft

Veringeck

Die neue Seniorenwohnanlage am Veringeck ist gar nicht eckig.
Foto: IBA

hk. Die schlechte Nachricht zuerst: Alle Wohnungen im neuen IBA-Projekt „Veringeck“ sind vermietet. Im Januar ziehen die letzten Mieter ein.
Am 15. Dezember wurde das „interkulturelle Modellprojekt für Senioren im Stadtteil“ mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht. Schon von außen fällt das Haus mit der gerundeten Ecke und leicht orientalisch angehauchten Elementen an Fassade und Balkons auf. Es hebt sich wohltuend von der verbreiteten Hamburger Schuhkarton-Architektur ab.
Das Veringeck bietet im ersten und zweiten Stockwerk achtzehn Seniorenwohnungen ohne Stolperfallen und mit schwellenfreier Dusche. Davon sind vierzehn Einpersonenwohnungen und vier Zweipersonenwohnungen. Die Nettokaltmiete beträgt 250 bis 400 Euro.
Sechzig Prozent der Mieter sind deutsche Wilhelmsburger, die anderen Wilhelmsburger mit unterschiedlichen Herkunftsländern.
Im dritten Stockwerk befindet sich die „ambulante Wohn-Pflege-Gemeinschaft“ für Wilhelmsburger Senioren türkischer Herkunft, die an Demenz leiden. Dieser Bereich hat zehn Wohnräume inklusive Bad von ca. 20 Quadratmetern. Es gibt einen großen offenen Gemeinschaftsbereich mit integrierter Küche und zwei Dachterrassen, außerdem Gästezimmer für Angehörige. Betreut werden die Bewohner vom Wilhelmsburger Multi-Kulti-Pflegedienst, mit dem individuelle Pflegeverträge abgeschlossen werden können.
„Mieter helfen Mietern“ lobt in einer Stellungnahme dieses „bundesweit erste Modellprojekt“ und macht auf eine besondere Not der ersten Migrantengeneration aufmerksam. Die ausländischen Arbeiter, die in den 60er Jahren von der Bundesrepublik angeworben wurden, hatten das Altwerden in Deutschland in der Regel nicht in ihrer Lebensplanung. Alt geworden leben sie hier mehr als die nachfolgenden Generationen oft zwischen zwei Kulturen. Die Großfamilie, die z.B. in der Türkei Rückhalt und Alterssicherung war, existiert oft nicht mehr. Zudem würden ältere Migranten aufgrund
ihrer oft körperlich belastenden Arbeitsbedingungen häufiger und früher hinfällig als vergleichbare deutsche Arbeiter. In der deutschen Sozialpolitik, der Pflege- und Wohnungswirtschaft, kommen die besonderen Bedürfnisse dieser alten Menschen aber bisher nicht vor.
Der Architekt Frank Gutzeit und die MitarbeiterInnen vom Multi-Kulti-Pflegedienst haben Alteneinrichtungen in der Türkei besucht. Sie haben Einrichtungsgegenstände aus der Türkei liefern lassen. Und so finden die Alten im Wohn- Pflege-Bereich eine heimatlich anmutende Umgebung. Es wird landestypisch gekocht und sie können mit den PflegerInnen in der Muttersprache reden. Für die türkischen Senioren im Stadtteil und ihre Angehörigen ist eine solche Pflege-Wohneinrichtung erstmal etwas Ungewöhnliches. Bisher gibt es für die zehn Wohnplatze erst eine Anmeldung. Leyla Yagbasan, die den Pflegedienst Multi-Kulti in Wilhelmsburg seit dreizehn Jahren betreibt, sagt denn auch: „Unsere Hauptarbeit ist es im Moment, die alten Menschen über die neue Einrichtung zu informieren und viele Fragen zu beantworten.“ Sie ist aber überzeugt, dass die zehn Zimmer nach der Eröffnung sehr schnell belegt sein werden.

Das Erdgeschoss des Veringecks soll ein Treffpunkt für die Bewohner und die Nachbarschaft sein. Dort gibt es eine Tagespflege mit zwölf Plätzen, ein kleines Stadtteilcafe und einen Hamam: Das türkische Schwitzbad, das wie das Cafe vom Wilhelmsburger Juwelier Habib Bekdas betrieben wird, ist erst das dritte in Hamburg. Eintritt ab 15 Euro, Bewohner sollen Sonderkonditionen erhalten.

Veringeck

 

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Bürgerbeteiligung – und wie ernst sie genommen wird

BSU 2012

 
Es ist nicht leicht, als BürgerIn Auskunft über den Bebauungsplan 89 - neues BSU-Gebäude - zu bekommen.
Foto: MG
 

MG. Viele WilhelmsburgerInnen haben seit Jahren gefordert, dass eine Behörde auf Wilhelmsburg angesiedelt werden müsste. Gemäß Weißbuch der Zukunftskonferenz 2001/2002 sollte es die Behörde für Stadtentwicklung sein. Bei Drucklegung im Frühjahr 2002 hieß sie: Behörde für Bau und Verkehr, Amt für Stadtentwicklung. Im Laufe der Jahre wurde aus der selbstständigen Umweltbehörde wieder eine Abteilung der Stadtentwicklungsbehörde. Dafür wanderte die Abteilung Verkehr nach der letzten Wahl im Frühjahr zur Wirtschaftsbehörde. Also in das neue Gebäude nördlich der Neuenfelder Straße soll nun die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt einziehen. Sehr ungern übrigens, wie mehrmals von der zuständigen Senatorin, Jutta Blankau, geäußert wurde. Und ohne Verkehrsabteilung ist das Gebäude ja auch eigentlich zu groß.
Da die WilhelmsburgerInnen sich ja immer eine Behörde auf ihre Inseln gewünscht hatten, brauchten sie nun ja auch nicht mehr gefragt zu werden. Wir bringen hier einmal die Abfolge der Anfragen eines Bürgers bei den Behörden, nennen wir ihn Willi B.:
Auslegung des Bebauungsplan- Entwurfs im Februar 2010. Willi B. machte seine Einwände gegen den B-Plan Wilhelmsburg 89 am 1.3.2010 geltend. Einen Zwischenbescheid vom Bezirksamt HH-Mitte erhielt er bereits am 25.3.2010 mit dem Hinweis, dass der Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung zu gegebener Zeit in öffentlicher Sitzung über die eingegangenen Stellungnahmen beraten würde. Leider hat Willi B. den Termin nicht mitbekommen. Nach eineinhalb Jahren, am 17.10.2011, fragte Willi B. dann mal vorsichtig beim Bezirksamt nach. Er erhielt eine Stunde später die Antwort, dass der Bebauungsplan von der Bezirksversammlung des Bezirks HHMitte abschließend beschlossen worden sei. Seitdem befinde er sich in der Genehmigungsphase.

Nach Feststellung und Verkündung erfolge das Versenden der Schlussbescheide an die Personen, die eine Stellungnahme abgegeben hätten. Dieses solle zeitnah erfolgen. Verzögerungen könnten aber immer eintreten. Es wurde ein weiteres Schreiben „zu gegebener Zeit“ angekündigt.
Willi B. gab nicht auf. Einen Monat später, am 27.11.2011, bedankte er sich für die Informationen und stellte fest, dass der Bebauungsplan 89 Wilhelmsburg nicht rechtskräftig sei. Er bat um eine Erklärung, wieso die dort geplanten Gebäude in Kürze rohbaufertig seien und bat um Auskunft über Ausnahmeregelungen und wenn ja, welche. Kurzfristig antwortete das Amt Bebauungsplanung und verwies auf das Fachamt Bauprüfung beim Bezirk HH-Mitte. Leider war die zuständige Sachbearbeiterin lt. Email- Antwort längerfristig nicht erreichbar.
Am 7. Dezember fragte Willi B. noch einmal bei der Bauprüfabteilung an und sandte Kopien seiner Anfrage an alle Fraktionen: „Wann erhalte ich Antwort auf meine Einwendung gegen den B-Plan Wilhelmsburg 89? Wie ist die Rechtslage? Nach der letzten Information ist der B-Plan noch nicht abschließend genehmigt, während der Rohbau fast fertig gestellt ist.“
Kurz vor Weihnachten 2011 tat sich dann doch was. Ein Mitarbeiter des Planungsamtes rief Willi B. an und teilte ihm mit, dass der B-Plan zwar immer noch nicht rechtskräftig sei, aber im Wege der „Vorweggenehmigungsreife“ so getan würde, als ginge alles in Ordnung. Dieses Verfahren habe der Senat 2007 im Verordnungswege in Kraft gesetzt. Das heißt praktisch, dass das eigentliche B-Plan-Verfahren ausgehebelt ist. Die WilhelmsburgerInnen wollten doch immer eine Behörde. Diesen Wunsch wollte der Senat eben möglichst schnell erfüllen. Da muss man doch nicht mehr lange Bürgerbeteiligung praktizieren. Das verzögert doch nur. Womöglich hätte der Sachverstand vor Ort sonst zu einer kleineren Behörde an einer anderen Stelle geführt.
Willi B. warnt die WilhelmsburgerInnen:
„Das Planfeststellungsverfahren für die Verlegung der Reichsstraße soll noch schneller durchgedrückt werden, in sage und schreibe vier Wochen. Hier heißt es gut aufzupassen!“

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Wilhelmsburg und die Sturmflut vom 16./17. Februar 1962
Im Februar 2012 jährt sich die Hamburger Sturmfl ut von 1962 zum 50sten Mal. Aus diesem Anlass fi ndet in Wilhelmsburg eine Vielzahl von Veranstaltungen statt

Maggi Markert. Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe steht das gemeinsame Erinnern an das dramatische Ereignis. Die Veranstaltungen richten sich nicht nur an diejenigen, die selbst Zeugen und Betroffene dieser Katastrophe waren, sondern ausdrücklich auch an diejenigen, die heute in Wilhelmsburg leben. Und wir laden alle Interessierten zu einem Besuch auf der Elbinsel ein: um sich zu informieren und mit uns zu gedenken. Diese Veranstaltungsreihe hat das Ziel – in Zeiten des Klimawandels – auch bei den nachfolgenden Generationen das Bewusstsein wach zu halten, dass solch eine Katastrophe nicht nur Geschichte ist.
Außerdem bietet die Webseite www.sturmflut.hamburg.de der BSU einen interaktiven Bild-, Text- und Tonfundus an.
Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen mit dem Museum Elbinsel Wilhelmsburg, den örtlichen Kirchengemeinden, der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, der SAGA-GWG, dem Arbeitskreis Georgswerder, dem Deichverband Wilhelmsburg, den Bücherhallen, der Stadtteilschule Wilhelmsburg und dem Gymnasium Kirchdorf-Wilhelmsburg.

Flutmarke

 
Die 8. Klasse der Stadtteilschule Wilhelmsburg mit der Flutmarke. Die Schüler führen zur Zeit im Rahmen ihres Profi ls „Elbregion“ Interviews mit Zeitzeugen und beschäftigen sich vor allem mit dem Spreehafendeich. In der Februar-Ausgabe werden WIR ihr Flut-Projekt ausführlicher vorstellen.
Foto: M. Markert
 

Die Veranstaltungen Den Veranstaltungskalender stellten Maggi Markert (Geschichtswerkstatt) und WIR zusammen.

Noch bis 29. Februar im Museum „BallinStadt“ auf der Veddel: „1962 – Die Flut auf der Veddel“, Sonderausstellung. Infos: www.ballinstadt.de

Ab Ende Januar:
An insgesamt 14 Standorten in Wilhelmsburg zeigen Großfotos, wie es im Februar 1962 an diesen Orten ausgesehen hat.

Dienstag, 24.1., mittags: „Von hier kam das Wasser!“
Aufhängen des Großfotos vom Deichbruch am Spreehafendeich, Harburger Chaussee/ Einmündung Georg-Wilhelm-Straße, mit Schülerinnen und Schülern der Stadtteilschule Wilhelmsburg und des Gymnasiums Kirchdorf-Wilhelmsburg.

26. Januar – 28. Februar, Bücherhalle Wilhelmsburg, Vogelhüttendeich 45: „Als die Deiche brachen...“ – Ausstellung mit Zeitzeugen-Fotos. Geöffnet: Mo, Do, Fr 11-13 & 14-18 h, Di 14-17 h, Sa 10- 13 h. Für Gruppen und Schulklassen außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung.
Zahlreiche private Fotos, die von Wilhelmsburgern in den Tagen nach der Flutnacht aufgenommen wurden. Um das umfangreiche Bildmaterial möglichst komplett zu präsentieren, werden die Fotos zusätzlich auf einem großformatigen Fernsehbildschirm präsentiert.

Donnerstag, 2.2., 18 h, Bücherhalle Wilhelmsburg, Vogelhüttendeich 45: „Wie war das damals eigentlich?“
Wilhelmsburger Zeitzeugen erinnern sich. Ein Abend mit Gesprächen und vielen Bildern. Eintritt frei. Wer interessiert ist, sich mit eigenen Erfahrungen an diesem Abend zu beteiligen, ist herzlich willkommen und wende sich dazu bitte vorher an die Bücherhalle Wilhelmsburg, Tel. 75 72 68.

Donnerstag, 9.2., 19 h, Honigfabrik, Industriestr. 125-131: „Deichpark“. Eine Ausstellung der IBA.
Bis 26. Februar.

Sonnabend, 11.2., ab 11 h: „Land unter“ im Wilhelmsburger Reiherstiegviertel – Schaufensterausstellung in Ladenfenstern, mit Texten auch in Englisch und Türkisch. Eröffnungsveranstaltung in der Buchhandlung Lüdemann, Fährstraße 26.

Sonntag, 12.2., um 16 h: „Aufstehen! Hochwasser! Lebensgefahr!“ – Barkassenfahrt zu den Deichbrüchen mit Lesung. Musikalische Begleitung: Ulrich Kodjo Wendt (Akkodeon). Start ab Anleger Vorsetzen (Höhe Feuerschiff).
Karten über die Buchhandlung Seitenweise, Tel. 20 12 03. Infos: www.stromableser.com

Mittwoch, 15.2., 19 h, Kreuzkirche, Kirchdorfer Straße 170: „… dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die die Erde verderbe …“ (1 Mose 9,11) Sind Katastrophen „Gottes Wille“? Glaube angesichts des Unglücks. Gesprächsandacht.

19.30 h, Cafe Pause in der Honigfabrik, Industriestr. 125-131: Buchvorstellung und Lesung: Hans Garbaden,
„Im Strom. Eine Geschichte aus Wilhelmsburg“, Roman.

Donnerstag, 16.2., bis Sonntag, 19.2., Soulkitchenhalle, Industriestraße: „Stürmische Tage“ - Projektionen und
Klangkunst zu den Sturmnächten von 1962.

Donnerstag, 16.2.,
16.30 h, St. Maximilian Kolbe, Krieterstr. 7: Offene Kirche mit Andacht und besinnlicher Musik.

Donnerstag, 16.2.,
18 h, Deichdenkmal, Kirchdorfer Straße, Ecke Siedenfelder Weg: Gedenkfeier zur Sturmflut 1962

19.45 h, Georgswerder Schule, Rahmwerder Str. 3: Ausstellungseröffnung und Enthüllung einer Gedenktafel.

Freitag, 17.2.,
16 h, Honigfabrik, Industriestr. 125-131: Lesung und Preisverleihung zum Schreibwettbewerb Sturmflut.
Moderation: Poetry-Slamer Michel Abdollahi.

Sonnabend, 18.2.,
11 h, Museum Elbinsel Wilhelmsburg, Kirchdorfer Str. 163: Eröffnung der Ausstellung „Sturmflut 1962“.
Um 15 h: Lesung mit Claus-Peter Rathjen

15 h, Paul-Gerhard-Kirche, Georg- Wilhelm-Straße 121
: „Wenn wir diese Nacht bloß überleben!“
– Wilhelmsburger Zeitzeugen erinnern sich.

Sonntag, 19.2.
,
11 h: „Wer nich will diken, de mot wiken!“
– Deich-Rundfahrt mit dem Bus. Voranmeldung im Museum Elbinsel Wilhelmsburg, Tel. 31 18 29 28

15 h, Emmauskirche, Mannesallee: Ökumenischer Gottesdienst mit Bischöfin Fehrs und Erzbischof Thissen, Bürgermeister Scholz (angefragt).

Sonntag, 26.2.,
16 h, St. Raphael-Kirche, Wehrmannstr. 7: Flut 1962 – Erinnern. Gedenken. Erzählen.
Ein Dokumentarfilm zur Hamburger Sturmflut von Frauke Paech.

Einzelne Veranstaltungen werden gefördert von SAGA-GWG, BSU, Deichverband W‘burg, Kirchenkreis Hamburg-Ost, Bezirk HH-Mitte, Beirat für Stadtteilentwicklung, Sanierungsbeirat

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Ankündigung:
Inseln der Zukunft
Geplanter „Tag der Initiativen“ am 22.09.2012

Dirk Holm/Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg. 2012 wird ein besonderes Jahr: Vor zehn Jahren wurde das Weissbuch der Zukunftskonferenz Wilhelmsburg „Insel im Fluss – Brücken in die Zukunft“ veröffentlicht, der Verein „Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg“ und das „Forum Bildung Wilhelmsburg“ wurden gegründet.
Dann wurden mit IBA und igs die Weichen für die Entwicklung der Elbinseln neu gestellt.

2012 wird sich entscheiden, wie es nach dem „Ausstellungsspuk“ auf den Elbinseln weiter gehen wird. Konzepte und gemeinsame konstruktive Arbeit für die Zukunft sind mehr denn je gefragt. Nach wie vor werden gundlegende Entscheidungen zur Entwicklung der Elbinseln ohne Rücksicht auf die hier lebende Bevölkerung getroffen (Verkehr, Kraftwerk, Hafenplanung usw.). Es ist notwendig, das Heft des Handelns wieder selbst in die Hand zu nehmen. Wir Bürgerinnen und Bürger müssen uns immer auf`s Neue unserer gemeinsamen Interessen klar werden und für deren Durchsetzung sorgen.
Viele neue Mitbürger sind zugezogen (insbesondere auch junge). Neue Initiativen sind entstanden. Alte Bündnisse und Kooperationen sind dagegen teilweise erlahmt. Die Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn aus aller Welt liegt weitgehend brach. Sie muss aber in unser aller Interesse stark werden. Es ist daher von großer Bedeutung, die traditionsreiche(n) und oft erfolgreichen Bürgerbewegung(en) auf den Elbinseln zu erweitern, zu verjüngen, neu zu beleben und fortzuentwickeln.

Der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg plant anlässlich seines 10-jährigen Jubiläums, in Zusammenarbeit mit dem Bürgerhaus und dem türkischen Elternbund, am Sonnabend, 22. September 2012, einen Aktionstag der Wilhelmsburger und Veddeler Initiativen, Gruppen und Vereine im Bürgerhaus.

Unsere Veranstaltung sehen wir als Schritt zum besseren Kennenlernen, um neue Kontakte zu knüpfen, Erfolge der Vergangenheit sowie Verbindendes von heute darzustellen, unsere Gemeinsamkeiten zu stärken, möglichst viele Bewohner der Inseln ganz praktisch zu aktivieren - und nicht zuletzt, um gemeinsam ausgiebig zu feiern.
Wir möchten einen Startpunkt setzen für eine nächste Runde forcierter Entwicklung von Zukunftsvisionen für die Elbinseln, um nicht von den Planungen der IBA, igs, BSU oder Handelskammer überrollt zu werden.
Wir agieren wieder.
Weitere Informationen folgen.

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Krimi am Deich
HPA werkelt während Deichruhe an Ernst-August-Schleusen

Hochwassersicherung

 

 

Abb. 1:
Zusammengesackte Bigbags
simulieren Deichlinie.


Fotos: J.v.Prondzinski

 

 

 

Jörg v. Prondzinski. Gleich eine ganze Handvoll Maßnahmen gefährden derzeit die Wilhelmsburger Deichsicherheit. Während beim Neubau der Schleuse am Ernst-August-Kanal durch eine vorgezogene Spundwand am Spreehafen noch alles auf der sicheren Seite und angeblich auch der Zeitplan eingehalten worden war (der WIR titelte im letzten November), scheint HPA beim Abriss der denkmalwürdigen alten Schleuse nun gewissermaßen den Sicherheitsfaden verloren zu haben.
Ende November fiel auf, dass die Deichkrone am Reiherstieg-Hauptdeich nah der alten Schleuse abgetragen war. Die Straße wurde hier schon auf die zukünftige Deichhöhe gebracht. Zwischen alter und neuer Schleuse war der Deich gänzlich beseitigt und durch eine Reihe Sandsäcke ersetzt (Abb. 1). Dann wurde eilig die binnenländische Hälfte des Schleusenbauwerks abgebrochen, allerdings nur der oberirdische Bereich. Damit war das undichte äußere Tor der alten Schleuse zur alleinigen Deichlinie geworden. Schließlich wurde noch die Rückflanke des Reiherstieg-Hauptdeichs senkrecht abgetragen.
All diese Maßnahmen wurden während der derzeitigen Deichruhe durchgeführt: Die Deichordnung, basierend auf dem Hamburger Wassergesetz, verbietet in der Zeit vom 15. September bis 31. März solche Baumaßnahmen. Ausnahmen kann die Wasserbehörde nur erlauben, wenn die Deichsicherheit nicht gefährdet ist. Ergibt sich die Frage: Wer ist diese Wasserbehörde?
Das beantwortet die durchführende HPA nicht, andere Stellen verweisen ohne eigene Antwort auf HPA. Mündliche Auskünfte lassen wahrscheinlich werden, dass eigentlich die BSU zuständig ist, ihre Aufgaben aber – ganz zeitgemäß – an ihre privatrechtliche Ausgründung LSBG abgetreten hat. Dieser Landesbetrieb ist allerdings mit der Abgabe des Verkehrsressorts von der BSU an die Wirtschaftsbehörde ebenfalls dorthin verlustig gegangen. HPA gehört als Ausgründung des ehemaligen Amts für Strom- und Hafenbau auch in den Zuständigkeitsbereich des Wirtschaftssenators. Und da werden sich wohl nicht gegenseitig die Augen ausgehackt ... Alleiniger Grund für die derzeitigen Arbeiten ist offenbar, dass die finanzknappe HPA den Zeitplan nicht eingehalten hat und durch das Weiterarbeiten nun Kosten sparen kann.

Canyon

 

 

Abb. 2:

Canyon in der
ehemaligen Schleusenkammer.

 

 

 

Die mangelnde Verantwortlichkeit hat aber Einfluss auf die Sicherheit von 50.000 Menschen. Am Freitag, 9. Dezember 2011, wurde bei einer Sturmflut – knapp zwei Meter über dem mittleren Hochwasser – das Flickwerk deutlich: Durch das marode Schleusentor drang Wasser, das einen circa zwei Meter tiefen Canyon in der ehemaligen, mit Sand befüllten Schleusenkammer auswusch (Abb. 2) und eine große Sandbank im Ernst-August- Kanal aufspülte. Außerdem floss offenbar auch Wasser durch den Unterbau der alten Schleuse; die Frage nach einem Grundbruch tauchte auf, denn zusätzlich war ein größeres Volumen aufgeschütteten Materials zwischen den Schleusen weggesackt. Die Wasserschutzpolizei war alarmiert: Die Herren hatten sich Handschuhe angezogen, mussten das Geschehen aber hilf- los mitansehen.
Seitdem ist HPA hektisch mit Schadensbegrenzung beschäftigt. Es wurden Rohre hinter das Schleusentor gelegt, um eindringendes Wasser erosionsfrei in den Kanal abzuleiten. Direkt vor Weihnachten wurden Pumpen installiert, die das Wasser wieder zurückbefördern, außerdem wurde das Schleusentor mit Planen belegt, um den Durchfluss zu verhindern. Und es wurde ein riesiger Sandwall auf der Binnenseite aufgefahren, mutmaßlich der Kern des zukünftigen Deichs.
Nun ist zu befürchten, dass noch in der Sturmflutsaison der neue Deich fertiggestellt wird und sofort seine Aufgabe übernehmen muss, da der verbliebene Schleusenteil zügig abgerissen werden soll.

SchleusenarbneitenBauarbeiten

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„Fahrradstadt Wilhelmsburg“: Wird Wilhelmsburg Modellstadtteil?

FahrradMG. Auf jeden Fall hat der Stadtteil und der Bezirk Hamburg-Mitte viel Vorarbeit geleistet. Das
wurde auch von Andreas Rieckhof, Staatsrat für Verkehr in der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) bei der Vorstellung eines Zwischenberichtes für ein Radverkehrskonzept Wilhelmsburg gewürdigt. Auf Nachfragen gab er zu, dass Wilhelmsburg gute Chancen habe, ab Herbst 2013 Fahrrad-Modellstadtteil zu werden. Es bedürfe aber noch konkreter Auseinandersetzung mit dem Gutachten.
Es müssten nun Vorschläge kommen, was man umsetzen wolle. Das sei Sache des Bezirkes. Ob ein Bürgerschafts- oder Senatsbeschluss notwendig sei, müsse noch geklärt werden.
Ein Arbeitskreis beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Förderung des Fahrradfahrens auf Wilhelmsburg. Daraus hat sich dann 2010 ein Verein entwickelt, Fahrradstadt Wilhelmsburg e. V., der die verschiedensten Aktivitäten rund ums Fahrrad anbietet. Ein großer Erfolg war 2010 die Ausrichtung der Fahrradwoche. Bereits im Mai 2011 hat sich auch der Regionalausschuss Wilhelmsburg-Veddel für Wilhelmsburg als Modellstadtteil ausgesprochen.

Am 15. November präsentierte nun Markus Weiler vom Bezirksamt Hamburg-Mitte, Fachamt Management des öffentlichen Raumes, einen Zwischenbericht, der von dem Planerbüro Südstadt, Köln, im Auftrag des Bezirks erstellt wurde. Die Planer sind bundesweit erfolgreich bei Fahrradkonzepten. Sie haben Wilhelmsburg mehrmals per Fahrrad erfahren und bereits ziemlich konkrete Vorschläge für ein flächendeckendes Radverkehrskonzept für Wilhelmsburg, Georgswerder, Kirchdorf und Moorwerder gemacht. Der Anspruch ist eine adäquate Flächenzuteilung und Dimensionierung für den Fahrradverkehr.
Will man die Nutzung des Fahrrades steigern, darf es nicht für den Radverkehr eine Restflächenverwertung geben, sondern Sicherheit und Fahrkomfort. Dann stehen die Chancen nicht schlecht, den Anteil der mit dem Rad zurück gelegten Wege von heute 12 % auf 18 % im Jahre 2014 zu steigern. Spannend ist die Entwicklung der Elektrofahrräder. Die Verkaufszahlen haben steigende Tendenz. Der Einsatz der ebikes wird neue Maßstäbe für die Trassierung setzen und höhere Anforderungen an die Verkehrssicherheit stellen.

Markus Weiler: „Wir sind dabei, unsere Hausaufgaben zu machen. Heute haben wir den Zwischenbericht vorgestellt. Der ist schon sehr inhaltsreich. Zu Beginn 2012 muss sich der Verkehrsausschuss mit dem Konzept befassen, danach geht es zum Beschluss in die Bezirksversammlung. Bei dieser Entscheidung werden auch Innen- und Stadtentwicklungsbehörde mit einbezogen.“
In der anschließenden Publikumsdiskussion wurde gebeten, die Benutzungspflicht aller Bordsteinradwege in ein Benutzungsrecht umzuwandeln und in den Wohngebieten möglichst flächendeckend km-30-Zonen einzurichten.


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Wichtige Dokumente

Geruchsbelästigung durch Norddeutsche Ölwerke etc.: hier das NOW-Gutachten vom TÜV Nord vom 13.02.2009

Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße:< Schreibens des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwickluing vom 16.09.2011

Bildungszentrum Tor zur Welt, Krieterstraße: < Lageplan

Ideen zur Verkehrsführung in Wilhelmsburg 2013 während der IBA/IGS: < mehr

 

 

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