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„Fahrradstadt Wilhelmsburg“: Wird Wilhelmsburg Modellstadtteil? |
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Wegweisendes Modell
Das neue „Veringeck“ im Reiherstiegviertel bietet SeniorInnen Leben und Wohnen
unter interkulturellen Vorzeichen. Das Gebäude beherbergt attraktiven Wohnraum
abseits von üblicher Schuhkartonarchitektur inklusive einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft

Die neue Seniorenwohnanlage am
Veringeck ist gar nicht eckig.
Foto: IBA
hk. Die schlechte Nachricht zuerst: Alle
Wohnungen im neuen IBA-Projekt „Veringeck“
sind vermietet. Im Januar ziehen die
letzten Mieter ein.
Am 15. Dezember wurde das „interkulturelle
Modellprojekt für Senioren im Stadtteil“
mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht.
Schon von außen fällt das Haus mit der gerundeten
Ecke und leicht orientalisch angehauchten
Elementen an Fassade und Balkons
auf. Es hebt sich wohltuend von der
verbreiteten Hamburger Schuhkarton-Architektur
ab.
Das Veringeck bietet im ersten
und zweiten Stockwerk achtzehn Seniorenwohnungen
ohne Stolperfallen und
mit schwellenfreier Dusche. Davon sind vierzehn Einpersonenwohnungen und vier
Zweipersonenwohnungen. Die Nettokaltmiete
beträgt 250 bis 400 Euro.
Sechzig Prozent der Mieter sind deutsche
Wilhelmsburger, die anderen Wilhelmsburger
mit unterschiedlichen Herkunftsländern.
Im dritten Stockwerk befindet sich die „ambulante
Wohn-Pflege-Gemeinschaft“ für
Wilhelmsburger Senioren türkischer Herkunft,
die an Demenz leiden. Dieser Bereich
hat zehn Wohnräume inklusive Bad von ca.
20 Quadratmetern. Es gibt einen großen offenen
Gemeinschaftsbereich mit integrierter
Küche und zwei Dachterrassen, außerdem
Gästezimmer für Angehörige. Betreut
werden die Bewohner vom Wilhelmsburger
Multi-Kulti-Pflegedienst, mit dem individuelle
Pflegeverträge abgeschlossen werden
können.
„Mieter helfen Mietern“ lobt in einer Stellungnahme
dieses „bundesweit erste Modellprojekt“
und macht auf eine besondere
Not der ersten Migrantengeneration aufmerksam.
Die ausländischen Arbeiter, die
in den 60er Jahren von der Bundesrepublik
angeworben wurden, hatten das Altwerden
in Deutschland in der Regel nicht
in ihrer Lebensplanung. Alt geworden leben
sie hier mehr als die nachfolgenden Generationen
oft zwischen zwei Kulturen. Die
Großfamilie, die z.B. in der Türkei Rückhalt
und Alterssicherung war, existiert oft nicht
mehr. Zudem würden ältere Migranten aufgrund
ihrer oft körperlich belastenden Arbeitsbedingungen
häufiger und früher hinfällig
als vergleichbare deutsche Arbeiter. In der deutschen Sozialpolitik, der Pflege- und
Wohnungswirtschaft, kommen die besonderen
Bedürfnisse dieser alten Menschen
aber bisher nicht vor.
Der Architekt Frank Gutzeit und die MitarbeiterInnen
vom Multi-Kulti-Pflegedienst
haben Alteneinrichtungen in der Türkei besucht.
Sie haben Einrichtungsgegenstände
aus der Türkei liefern lassen. Und so finden
die Alten im Wohn-
Pflege-Bereich eine
heimatlich anmutende Umgebung. Es wird
landestypisch gekocht und sie können mit
den
PflegerInnen in der Muttersprache reden.
Für die türkischen Senioren im Stadtteil
und ihre Angehörigen ist eine solche
Pflege-Wohneinrichtung erstmal etwas Ungewöhnliches.
Bisher gibt es für die zehn
Wohnplatze erst eine Anmeldung. Leyla
Yagbasan, die den Pflegedienst Multi-Kulti
in Wilhelmsburg seit dreizehn Jahren betreibt,
sagt denn auch: „Unsere Hauptarbeit
ist es im Moment, die alten Menschen
über die neue Einrichtung zu informieren
und viele Fragen zu beantworten.“ Sie
ist aber überzeugt, dass die zehn Zimmer
nach der Eröffnung sehr schnell belegt sein
werden.
Das Erdgeschoss des Veringecks soll ein
Treffpunkt für die Bewohner und die Nachbarschaft
sein. Dort gibt es eine Tagespflege mit zwölf Plätzen, ein kleines Stadtteilcafe
und einen Hamam: Das türkische
Schwitzbad, das wie das Cafe vom Wilhelmsburger
Juwelier Habib Bekdas betrieben
wird, ist erst das dritte in Hamburg.
Eintritt ab 15 Euro, Bewohner sollen Sonderkonditionen
erhalten.

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Bürgerbeteiligung – und wie ernst sie
genommen wird

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Es ist nicht leicht, als BürgerIn Auskunft über den
Bebauungsplan 89 - neues BSU-Gebäude - zu
bekommen.
Foto: MG |
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MG. Viele WilhelmsburgerInnen haben seit
Jahren gefordert, dass eine Behörde auf
Wilhelmsburg angesiedelt werden müsste.
Gemäß Weißbuch der Zukunftskonferenz
2001/2002 sollte es die Behörde für Stadtentwicklung
sein. Bei Drucklegung im Frühjahr
2002 hieß sie: Behörde für Bau und
Verkehr, Amt für Stadtentwicklung. Im Laufe
der Jahre wurde aus der selbstständigen
Umweltbehörde wieder eine Abteilung der
Stadtentwicklungsbehörde. Dafür wanderte
die Abteilung Verkehr nach der letzten
Wahl im Frühjahr zur Wirtschaftsbehörde.
Also in das neue Gebäude nördlich der
Neuenfelder Straße soll nun die Behörde
für Stadtentwicklung und Umwelt einziehen.
Sehr ungern übrigens, wie mehrmals
von der zuständigen Senatorin, Jutta Blankau,
geäußert wurde. Und ohne Verkehrsabteilung
ist das Gebäude ja auch eigentlich
zu groß.
Da die WilhelmsburgerInnen sich ja immer
eine Behörde auf ihre Inseln gewünscht
hatten, brauchten sie nun ja auch nicht
mehr gefragt zu werden. Wir bringen hier einmal die Abfolge der Anfragen
eines Bürgers bei
den Behörden, nennen wir
ihn Willi B.:
Auslegung des Bebauungsplan-
Entwurfs im Februar
2010.
Willi B. machte seine
Einwände gegen den
B-Plan Wilhelmsburg 89
am 1.3.2010 geltend. Einen Zwischenbescheid vom Bezirksamt
HH-Mitte erhielt
er bereits am 25.3.2010
mit dem Hinweis, dass der
Stadtplanungsausschuss
der Bezirksversammlung zu gegebener Zeit
in öffentlicher Sitzung über die eingegangenen
Stellungnahmen beraten würde. Leider
hat Willi B. den Termin nicht mitbekommen.
Nach eineinhalb Jahren, am 17.10.2011,
fragte Willi B. dann mal vorsichtig beim Bezirksamt
nach. Er erhielt eine Stunde später
die Antwort, dass der Bebauungsplan von
der Bezirksversammlung des Bezirks HHMitte
abschließend beschlossen worden
sei. Seitdem befinde er sich in der Genehmigungsphase.
Nach Feststellung und Verkündung erfolge
das Versenden der Schlussbescheide an die
Personen, die eine Stellungnahme abgegeben
hätten. Dieses solle zeitnah erfolgen.
Verzögerungen könnten aber immer eintreten.
Es wurde ein weiteres Schreiben „zu
gegebener Zeit“ angekündigt.
Willi B. gab nicht auf. Einen Monat später,
am 27.11.2011, bedankte er sich für die Informationen
und stellte fest, dass der Bebauungsplan
89 Wilhelmsburg nicht rechtskräftig sei. Er bat um eine Erklärung, wieso
die dort geplanten Gebäude in Kürze rohbaufertig
seien und bat um Auskunft über
Ausnahmeregelungen und wenn ja, welche.
Kurzfristig antwortete das Amt Bebauungsplanung
und verwies auf das Fachamt
Bauprüfung beim Bezirk HH-Mitte. Leider
war die zuständige Sachbearbeiterin lt. Email-
Antwort längerfristig nicht erreichbar.
Am 7. Dezember fragte Willi B. noch einmal
bei der Bauprüfabteilung an und sandte
Kopien seiner Anfrage an alle Fraktionen:
„Wann erhalte ich Antwort auf meine Einwendung
gegen den B-Plan Wilhelmsburg
89? Wie ist die Rechtslage? Nach der letzten
Information ist der B-Plan noch nicht
abschließend genehmigt, während der
Rohbau fast fertig gestellt ist.“
Kurz vor Weihnachten 2011 tat sich dann
doch was. Ein Mitarbeiter des Planungsamtes
rief Willi B. an und teilte ihm mit, dass
der B-Plan zwar immer noch nicht rechtskräftig
sei, aber im Wege der „Vorweggenehmigungsreife“
so getan würde, als ginge
alles in Ordnung. Dieses Verfahren habe
der Senat 2007 im Verordnungswege in
Kraft gesetzt.
Das heißt praktisch, dass das eigentliche
B-Plan-Verfahren ausgehebelt ist. Die WilhelmsburgerInnen
wollten doch immer eine
Behörde. Diesen Wunsch wollte der Senat
eben möglichst schnell erfüllen. Da muss
man doch nicht mehr lange Bürgerbeteiligung
praktizieren. Das verzögert doch nur.
Womöglich hätte der Sachverstand vor Ort
sonst zu einer kleineren Behörde an einer
anderen Stelle geführt.
Willi B. warnt die WilhelmsburgerInnen:
„Das Planfeststellungsverfahren für die Verlegung
der Reichsstraße soll noch schneller
durchgedrückt werden, in sage und schreibe
vier Wochen. Hier heißt es gut aufzupassen!“
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Wilhelmsburg und die Sturmflut vom 16./17. Februar 1962
Im Februar 2012 jährt sich die Hamburger Sturmfl ut von 1962 zum 50sten Mal.
Aus diesem Anlass fi ndet in Wilhelmsburg eine Vielzahl von Veranstaltungen statt
Maggi Markert. Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe
steht das gemeinsame
Erinnern an das dramatische Ereignis. Die
Veranstaltungen richten sich nicht nur an
diejenigen, die selbst Zeugen und Betroffene
dieser Katastrophe waren, sondern
ausdrücklich auch an diejenigen, die heute
in Wilhelmsburg leben. Und wir laden
alle Interessierten zu einem Besuch auf
der Elbinsel ein: um sich zu informieren
und mit uns zu gedenken. Diese Veranstaltungsreihe
hat das Ziel – in Zeiten
des Klimawandels – auch bei den
nachfolgenden Generationen das
Bewusstsein wach zu halten, dass
solch eine Katastrophe nicht nur
Geschichte ist.
Außerdem bietet die Webseite www.sturmflut.hamburg.de
der BSU einen interaktiven Bild-,
Text- und Tonfundus an.
Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation
der Geschichtswerkstatt
Wilhelmsburg & Hafen mit dem
Museum Elbinsel Wilhelmsburg,
den örtlichen Kirchengemeinden,
der Behörde für Stadtentwicklung
und Umwelt, der SAGA-GWG, dem
Arbeitskreis Georgswerder, dem
Deichverband Wilhelmsburg, den
Bücherhallen, der Stadtteilschule
Wilhelmsburg und dem Gymnasium
Kirchdorf-Wilhelmsburg.

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Die 8. Klasse der Stadtteilschule Wilhelmsburg mit der
Flutmarke. Die Schüler führen zur Zeit im Rahmen ihres
Profi ls „Elbregion“ Interviews mit Zeitzeugen und
beschäftigen sich vor allem mit dem Spreehafendeich.
In der Februar-Ausgabe werden WIR ihr Flut-Projekt
ausführlicher vorstellen.
Foto: M. Markert |
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Die Veranstaltungen
Den Veranstaltungskalender stellten
Maggi Markert (Geschichtswerkstatt) und
WIR zusammen.
Noch bis 29. Februar im Museum
„BallinStadt“ auf der Veddel:
„1962 – Die Flut auf der Veddel“, Sonderausstellung.
Infos: www.ballinstadt.de
Ab Ende Januar:
An insgesamt 14 Standorten in Wilhelmsburg
zeigen Großfotos, wie es im Februar
1962 an diesen Orten ausgesehen hat.
Dienstag, 24.1., mittags: „Von hier kam das Wasser!“
Aufhängen des Großfotos vom Deichbruch
am Spreehafendeich, Harburger Chaussee/
Einmündung Georg-Wilhelm-Straße, mit
Schülerinnen und Schülern der Stadtteilschule
Wilhelmsburg und des Gymnasiums
Kirchdorf-Wilhelmsburg.
26. Januar – 28. Februar, Bücherhalle
Wilhelmsburg, Vogelhüttendeich 45: „Als die Deiche brachen...“ – Ausstellung
mit Zeitzeugen-Fotos. Geöffnet: Mo,
Do, Fr 11-13 & 14-18 h, Di 14-17 h, Sa 10-
13 h. Für Gruppen und Schulklassen außerhalb
der Öffnungszeiten nach Vereinbarung.
Zahlreiche private Fotos, die von
Wilhelmsburgern in den Tagen nach der
Flutnacht aufgenommen wurden. Um das
umfangreiche Bildmaterial möglichst komplett
zu präsentieren, werden die Fotos
zusätzlich auf einem großformatigen Fernsehbildschirm
präsentiert.
Donnerstag, 2.2., 18 h, Bücherhalle
Wilhelmsburg, Vogelhüttendeich 45: „Wie war das damals eigentlich?“ –
Wilhelmsburger Zeitzeugen erinnern sich.
Ein Abend mit Gesprächen und vielen
Bildern. Eintritt frei. Wer interessiert ist,
sich mit eigenen Erfahrungen an diesem
Abend zu beteiligen, ist herzlich willkommen und wende sich dazu bitte vorher an
die Bücherhalle Wilhelmsburg,
Tel. 75 72 68.
Donnerstag, 9.2., 19 h, Honigfabrik,
Industriestr. 125-131: „Deichpark“. Eine Ausstellung der IBA.
Bis 26. Februar.
Sonnabend, 11.2., ab 11 h: „Land unter“ im Wilhelmsburger
Reiherstiegviertel – Schaufensterausstellung
in Ladenfenstern, mit Texten auch in
Englisch und Türkisch. Eröffnungsveranstaltung
in der Buchhandlung Lüdemann,
Fährstraße 26.
Sonntag, 12.2., um 16 h: „Aufstehen! Hochwasser! Lebensgefahr!“ – Barkassenfahrt
zu den Deichbrüchen mit Lesung.
Musikalische Begleitung: Ulrich
Kodjo Wendt (Akkodeon). Start
ab Anleger Vorsetzen (Höhe Feuerschiff).
Karten über die Buchhandlung
Seitenweise, Tel. 20
12 03.
Infos: www.stromableser.com
Mittwoch, 15.2., 19 h, Kreuzkirche, Kirchdorfer
Straße 170: „… dass hinfort keine Sintflut
mehr komme, die die Erde
verderbe …“ (1 Mose 9,11) Sind
Katastrophen „Gottes Wille“?
Glaube angesichts des Unglücks.
Gesprächsandacht.
19.30 h, Cafe Pause in der
Honigfabrik, Industriestr. 125-131:
Buchvorstellung und Lesung: Hans
Garbaden,
„Im Strom. Eine Geschichte aus
Wilhelmsburg“, Roman.
Donnerstag, 16.2., bis
Sonntag, 19.2., Soulkitchenhalle,
Industriestraße:
„Stürmische Tage“ - Projektionen und
Klangkunst zu den Sturmnächten von
1962.
Donnerstag, 16.2.,
16.30 h,
St. Maximilian Kolbe,
Krieterstr. 7: Offene Kirche mit Andacht und
besinnlicher Musik.
Donnerstag, 16.2.,
18 h, Deichdenkmal,
Kirchdorfer Straße, Ecke Siedenfelder
Weg:
Gedenkfeier zur Sturmflut 1962
19.45 h, Georgswerder Schule,
Rahmwerder Str. 3:
Ausstellungseröffnung und Enthüllung
einer Gedenktafel.
Freitag, 17.2.,
16 h, Honigfabrik,
Industriestr. 125-131:
Lesung und Preisverleihung zum
Schreibwettbewerb Sturmflut.
Moderation:
Poetry-Slamer Michel Abdollahi.
Sonnabend, 18.2.,
11 h, Museum
Elbinsel Wilhelmsburg, Kirchdorfer
Str. 163:
Eröffnung der Ausstellung „Sturmflut
1962“.
Um 15 h: Lesung mit Claus-Peter
Rathjen
15 h, Paul-Gerhard-Kirche, Georg-
Wilhelm-Straße 121: „Wenn wir diese Nacht bloß überleben!“
– Wilhelmsburger Zeitzeugen erinnern
sich.
Sonntag, 19.2.,
11 h: „Wer nich will diken, de mot wiken!“
– Deich-Rundfahrt mit dem Bus. Voranmeldung
im Museum Elbinsel Wilhelmsburg,
Tel. 31 18 29 28
15 h, Emmauskirche,
Mannesallee:
Ökumenischer Gottesdienst mit
Bischöfin Fehrs und Erzbischof Thissen,
Bürgermeister Scholz (angefragt).
Sonntag, 26.2.,
16 h, St. Raphael-Kirche, Wehrmannstr. 7:
Flut 1962 – Erinnern. Gedenken. Erzählen.
Ein Dokumentarfilm zur Hamburger
Sturmflut von Frauke Paech.
Einzelne Veranstaltungen werden gefördert von
SAGA-GWG, BSU, Deichverband W‘burg, Kirchenkreis
Hamburg-Ost, Bezirk HH-Mitte, Beirat
für Stadtteilentwicklung, Sanierungsbeirat
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Ankündigung:
Inseln der Zukunft
Geplanter „Tag der Initiativen“
am 22.09.2012
Dirk Holm/Verein Zukunft Elbinsel
Wilhelmsburg. 2012 wird ein besonderes
Jahr: Vor zehn Jahren wurde das Weissbuch
der Zukunftskonferenz Wilhelmsburg
„Insel im Fluss – Brücken in die Zukunft“
veröffentlicht, der Verein „Zukunft Elbinsel
Wilhelmsburg“ und das „Forum Bildung Wilhelmsburg“
wurden gegründet.
Dann wurden mit IBA und igs die Weichen
für die Entwicklung der Elbinseln neu gestellt.
2012 wird sich entscheiden, wie es nach
dem „Ausstellungsspuk“ auf den Elbinseln
weiter gehen wird. Konzepte und gemeinsame
konstruktive Arbeit für die Zukunft
sind mehr denn je gefragt. Nach wie vor
werden gundlegende Entscheidungen zur
Entwicklung der Elbinseln ohne Rücksicht
auf die hier lebende Bevölkerung getroffen
(Verkehr, Kraftwerk, Hafenplanung usw.).
Es ist notwendig, das Heft des Handelns
wieder selbst in die Hand zu nehmen. Wir
Bürgerinnen und Bürger müssen uns immer
auf`s Neue unserer gemeinsamen Interessen
klar werden und für deren Durchsetzung
sorgen.
Viele neue Mitbürger sind zugezogen (insbesondere
auch junge). Neue Initiativen
sind entstanden. Alte Bündnisse und Kooperationen
sind dagegen teilweise erlahmt.
Die Zusammenarbeit mit unseren
Nachbarn aus aller Welt liegt weitgehend
brach. Sie muss aber in unser aller Interesse
stark werden. Es ist daher von großer
Bedeutung, die traditionsreiche(n) und oft
erfolgreichen Bürgerbewegung(en) auf den
Elbinseln zu erweitern, zu verjüngen, neu
zu beleben und fortzuentwickeln.
Der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg
plant anlässlich seines 10-jährigen
Jubiläums, in Zusammenarbeit
mit dem Bürgerhaus und dem türkischen
Elternbund, am Sonnabend, 22.
September 2012, einen Aktionstag
der Wilhelmsburger und Veddeler Initiativen,
Gruppen und Vereine im Bürgerhaus.
Unsere Veranstaltung sehen wir als Schritt
zum besseren Kennenlernen, um neue Kontakte
zu knüpfen, Erfolge der Vergangenheit
sowie Verbindendes von heute darzustellen,
unsere Gemeinsamkeiten zu
stärken, möglichst viele Bewohner der Inseln
ganz praktisch zu aktivieren - und nicht
zuletzt, um gemeinsam ausgiebig zu feiern.
Wir möchten einen Startpunkt setzen für
eine nächste Runde forcierter Entwicklung
von Zukunftsvisionen für die Elbinseln, um
nicht von den Planungen der IBA, igs, BSU
oder Handelskammer überrollt zu werden.
Wir agieren wieder.
Weitere Informationen folgen.
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Krimi am Deich
HPA werkelt während Deichruhe an Ernst-August-Schleusen

Abb. 1:
Zusammengesackte
Bigbags
simulieren Deichlinie.
Fotos: J.v.Prondzinski
Jörg v. Prondzinski. Gleich eine ganze
Handvoll Maßnahmen gefährden derzeit die
Wilhelmsburger Deichsicherheit. Während
beim Neubau der Schleuse am Ernst-August-Kanal durch eine vorgezogene Spundwand
am Spreehafen noch alles auf der
sicheren Seite und angeblich auch der Zeitplan
eingehalten worden war (der WIR titelte
im letzten November), scheint HPA beim
Abriss der denkmalwürdigen alten Schleuse
nun gewissermaßen den Sicherheitsfaden
verloren zu haben.
Ende November fiel auf, dass die Deichkrone
am Reiherstieg-Hauptdeich nah der alten
Schleuse abgetragen war. Die Straße
wurde hier schon auf die zukünftige Deichhöhe
gebracht. Zwischen alter und neuer
Schleuse war der Deich gänzlich beseitigt
und durch eine Reihe Sandsäcke ersetzt
(Abb. 1). Dann wurde eilig die binnenländische
Hälfte des Schleusenbauwerks abgebrochen,
allerdings nur der oberirdische
Bereich. Damit war das undichte äußere
Tor der alten Schleuse zur alleinigen Deichlinie
geworden. Schließlich wurde noch die
Rückflanke des Reiherstieg-Hauptdeichs
senkrecht abgetragen.
All diese Maßnahmen wurden während der
derzeitigen Deichruhe durchgeführt: Die Deichordnung, basierend auf dem
Hamburger Wassergesetz, verbietet
in der Zeit vom 15. September
bis 31. März solche Baumaßnahmen.
Ausnahmen kann die Wasserbehörde
nur erlauben, wenn die Deichsicherheit
nicht gefährdet ist. Ergibt
sich die Frage: Wer ist diese Wasserbehörde?
Das beantwortet die
durchführende HPA nicht, andere
Stellen verweisen ohne eigene Antwort
auf HPA. Mündliche Auskünfte lassen wahrscheinlich
werden, dass eigentlich die BSU
zuständig ist, ihre Aufgaben aber – ganz
zeitgemäß – an ihre privatrechtliche Ausgründung
LSBG abgetreten hat. Dieser
Landesbetrieb ist allerdings mit der Abgabe
des Verkehrsressorts von der BSU an die
Wirtschaftsbehörde ebenfalls dorthin verlustig
gegangen. HPA gehört als Ausgründung
des ehemaligen Amts für Strom- und
Hafenbau auch in den Zuständigkeitsbereich
des Wirtschaftssenators. Und da werden
sich wohl nicht gegenseitig die Augen
ausgehackt ... Alleiniger Grund für die derzeitigen
Arbeiten ist offenbar, dass die finanzknappe HPA den Zeitplan nicht eingehalten
hat und durch das Weiterarbeiten
nun Kosten sparen kann.

Abb. 2:
Canyon in
der
ehemaligen
Schleusenkammer.
Die mangelnde Verantwortlichkeit
hat aber Einfluss auf
die Sicherheit von 50.000
Menschen. Am Freitag, 9.
Dezember 2011, wurde bei
einer Sturmflut – knapp
zwei Meter über dem mittleren
Hochwasser – das Flickwerk
deutlich: Durch das
marode Schleusentor drang Wasser, das einen circa zwei Meter tiefen
Canyon in der ehemaligen, mit Sand befüllten
Schleusenkammer auswusch (Abb. 2)
und eine große Sandbank im Ernst-August-
Kanal aufspülte. Außerdem floss offenbar
auch Wasser durch den Unterbau der alten
Schleuse; die Frage nach einem Grundbruch
tauchte auf, denn zusätzlich war ein
größeres Volumen aufgeschütteten Materials
zwischen den Schleusen weggesackt.
Die Wasserschutzpolizei war alarmiert: Die
Herren hatten sich Handschuhe angezogen,
mussten das Geschehen aber hilf-
los
mitansehen.
Seitdem ist HPA hektisch mit Schadensbegrenzung
beschäftigt. Es wurden Rohre
hinter das Schleusentor gelegt, um eindringendes
Wasser erosionsfrei in den Kanal
abzuleiten. Direkt vor Weihnachten wurden
Pumpen installiert, die das Wasser wieder
zurückbefördern, außerdem wurde das
Schleusentor mit Planen belegt, um den
Durchfluss zu verhindern. Und es wurde ein
riesiger Sandwall auf der Binnenseite aufgefahren,
mutmaßlich der Kern des zukünftigen
Deichs.
Nun ist zu befürchten, dass noch in der
Sturmflutsaison der neue Deich fertiggestellt
wird und sofort seine Aufgabe übernehmen
muss, da der verbliebene Schleusenteil
zügig abgerissen werden soll.
 
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„Fahrradstadt Wilhelmsburg“: Wird Wilhelmsburg Modellstadtteil?
MG. Auf jeden Fall hat
der Stadtteil und der Bezirk
Hamburg-Mitte viel
Vorarbeit geleistet. Das
wurde auch von Andreas Rieckhof, Staatsrat
für Verkehr in der Behörde für Wirtschaft,
Verkehr und Innovation (BWVI) bei
der Vorstellung eines Zwischenberichtes
für ein Radverkehrskonzept Wilhelmsburg
gewürdigt. Auf Nachfragen
gab er zu, dass Wilhelmsburg
gute Chancen
habe, ab Herbst
2013 Fahrrad-Modellstadtteil
zu werden. Es
bedürfe aber noch konkreter
Auseinandersetzung
mit dem Gutachten.
Es müssten nun
Vorschläge kommen,
was man umsetzen wolle.
Das sei Sache des
Bezirkes. Ob ein Bürgerschafts-
oder Senatsbeschluss
notwendig
sei, müsse noch geklärt
werden.
Ein Arbeitskreis beschäftigt
sich schon
seit mehreren Jahren
mit der Förderung des
Fahrradfahrens auf Wilhelmsburg.
Daraus hat
sich dann 2010 ein Verein entwickelt, Fahrradstadt
Wilhelmsburg e. V., der die verschiedensten
Aktivitäten rund ums Fahrrad
anbietet. Ein großer Erfolg war 2010
die Ausrichtung der Fahrradwoche. Bereits
im Mai 2011 hat sich auch der Regionalausschuss
Wilhelmsburg-Veddel für Wilhelmsburg
als Modellstadtteil ausgesprochen.
Am 15. November präsentierte nun Markus
Weiler vom Bezirksamt Hamburg-Mitte,
Fachamt Management des öffentlichen Raumes, einen Zwischenbericht, der von
dem Planerbüro Südstadt, Köln, im Auftrag
des Bezirks erstellt wurde. Die Planer sind
bundesweit erfolgreich bei Fahrradkonzepten.
Sie haben Wilhelmsburg mehrmals per
Fahrrad erfahren und bereits ziemlich konkrete
Vorschläge für ein flächendeckendes
Radverkehrskonzept für Wilhelmsburg,
Georgswerder, Kirchdorf und Moorwerder
gemacht. Der Anspruch
ist eine adäquate
Flächenzuteilung
und
Dimensionierung
für den Fahrradverkehr.
Will man die
Nutzung des Fahrrades
steigern, darf es
nicht für den Radverkehr
eine Restflächenverwertung
geben, sondern Sicherheit
und Fahrkomfort.
Dann stehen
die Chancen
nicht schlecht, den
Anteil der mit dem
Rad zurück gelegten
Wege von heute
12 % auf 18 % im
Jahre 2014 zu steigern.
Spannend ist
die Entwicklung der
Elektrofahrräder. Die Verkaufszahlen haben
steigende Tendenz. Der Einsatz der ebikes
wird neue Maßstäbe für die Trassierung
setzen und höhere Anforderungen an
die Verkehrssicherheit stellen.
Markus Weiler: „Wir sind dabei, unsere
Hausaufgaben zu machen. Heute haben
wir den Zwischenbericht vorgestellt. Der
ist schon sehr inhaltsreich. Zu Beginn 2012
muss sich der Verkehrsausschuss mit dem
Konzept befassen, danach geht es zum Beschluss in die Bezirksversammlung. Bei dieser
Entscheidung werden auch Innen- und
Stadtentwicklungsbehörde mit einbezogen.“
In der anschließenden Publikumsdiskussion
wurde gebeten, die Benutzungspflicht aller
Bordsteinradwege in ein Benutzungsrecht
umzuwandeln und in den Wohngebieten
möglichst flächendeckend km-30-Zonen
einzurichten.
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Wichtige Dokumente
Geruchsbelästigung durch Norddeutsche Ölwerke etc.: hier das NOW-Gutachten vom TÜV Nord vom 13.02.2009
Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße:< Schreibens des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwickluing vom 16.09.2011
Bildungszentrum Tor zur Welt, Krieterstraße: < Lageplan
Ideen zur Verkehrsführung in Wilhelmsburg 2013 während der IBA/IGS: < mehr
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