24. Jahrgang,
Ausgabe 7
Juli / Aug.
2018
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Wann... in Wilhelmsburg ?

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Neue Chancen

„Jetzt sind mehr Deutsche hier“
Veranstaltungen und Angebote
„Vielleicht schreibe ich ein Buch über Wilhelmsburg“
Regelmäßige Angebote des Vereins Die Insel Hilft
Elterschule Wilhelmsburg sucht zum 4.9.2018 Kursleiter*in für den Interkulturellen Treff
Rechtsberatung, Beratung zu Ausbildung und Beruf
Wie finde ich eine Wohnung?

 

„Jetzt sind mehr Deutsche hier“
Julie Chamberlain aus Kanada schreibt eine Doktorarbeit über Veränderungen in Wilhelmsburg seit der IBA - aus Sicht von Migrant*innen

Chamberlain

Julie Chamberlain hat ein Jahr in Wilhelmsburg verbracht und 20 Menschen mit Migrationshintergrund über die Veränderungen auf Wilhelmsburg seit der IBA befragt. Ende 2018 will die 39- Jährige mit ihrer Doktorarbeit fertig sein. Da Chamberlain in Toronto lebt, wird sie die Arbeit auf Englisch schreiben und Auszüge auf Deutsch verfassen.

han. Wie hat sich Wilhelmsburg nach der IBA verändert? Schwer zu messen! Julie Chamberlain hat sich mit dieser Frage wissenschaftlich auseinandergesetzt und schreibt gerade ihre Doktorarbeit darüber.
Das Besondere: Die Kanadierin legt in ihrer Forschung über den Stadtteil den Fokus auf die Eindrücke und Lebenswelten von Menschen mit Migrationshintergrund, die auf Wilhelmsburg leben. „Ich habe 20 Menschen aus dem Stadtteil interviewt, die sich mit dem Begriff ‚Migration‘ identifizieren können“, sagt die 39-Jährige. Ihre Interviewpartner*innen waren zwischen 24 und etwa 55 Jahren, sie waren in der ersten oder zweiten Generation in Hamburg und kamen unter anderem aus der Türkei, aus Bulgarien, Ghana, Nigeria, Spanien, Portugal, und Palästina. Dazu hat sie sieben Interviews mit Politiker*innen und Stadtplaner*innen aus oder für den Stadtteil interviewt.

„Die meisten sagten: ‚Jetzt sind mehr Deutsche hier‘. Das hat wirklich fast jeder gesagt“, sagt Chamberlain. Die vielen neuen Cafés und Restaurants haben natürlich auch viele der Interviewpartner*innen bemerkt. Wilhelmsburgs Ruf bei Menschen, die von woanders herkommen, habe sich verbessert, meinten einige. „Aber etwa die Hälfte der Interviewten hat gar keine Veränderungen wahrgenommen - zumindest nicht in ihrer Lebenswelt und bei den Themen, die für sie wichtig sind. Ihre Miete ist nicht weniger geworden, ihre Arbeit nicht besser bezahlt und die Förderungsmöglichkeiten für ihre Kinder haben sich auch nicht verändert.“ Einige sagten, dass es schwieriger geworden sei, eine Wohnung zu finden, wenn man einen ausländischen Namen hat und hatten Angst vor einer langsamen Verdrängung. Jüngere, die noch bei ihren Eltern leben, waren sehr skeptisch, eine bezahlbare Wohnung finden zu können. „Die Veränderungen passieren nicht für uns, sondern für die, die hier neu herziehen“, sagten einige der Interviewten.
Wie man die Veränderungen durch die IBA messen und beurteilen kann, ob die IBA erfolgreich war, wussten auch die Expert*innen nicht. „Gute Frage“, war die häufigste Antwort der Politiker*innen und Stadtplaner*innen. „Politiker*innen sprechen gern davon, dass es nun mehr soziale Mischung im Stadtteil gebe und dass es ein Erfolg sei. Ob soziale Mischung auch soziale Probleme lösen kann, wird dabei einfach angenommen. Dabei sagt die wissenschaftliche Literatur dazu ganz klar, dass es so einfach nicht ist. Ich denke, dass man mit der IBA vornehmlich mehr gut verdienende Deutsche und Investitionen auf die Insel holen wollte. Das hat wohl auch zum Teil funktioniert. Aber wichtige Themen wie Armut, Diskriminierung und bezahlbarer Wohnraum fanden kaum Beachtung.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 




 

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Veranstaltungen und Angebote

9. bis 20. Juli 2018:
Intensivkurs „Radfahren lernen für Anfänger*innen“

In diesem Kurs können Kinder und Jugendliche ab 7 Jahren das Radfahren lernen. Der Kurs findet in Wilhelmsburg im Inselpark statt. Es fällt eine Schutzgebühr von 20 Euro an. Veranstalter ist die „ParkSportInsel“ in Kooperation mit der „Ironman Germany GmbH“. Für den Kurs ist eine Anmeldung nötig.
Anmeldungen unter info@parksportinsel.de

Freie Plätze bei „Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein (SiB)“
Mütter mit Migrationshintergrund sind in Deutschland – trotz guter Qualifikationen und hoher Motivation – deutlich seltener und in geringerem Umfang erwerbstätig als Mütter ohne Migrationshintergrund. Deshalb hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) das Programm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ gestartet. Ziel ist es, erwerbsfähige Mütter mit Migrationshintergrund nachhaltig in existenzsichernde Beschäftigung zu bringen.
Informieren Sie sich telefonisch bei Serpil Kurukavak-Volkland, Telefon: (040) 89 69 80-3, oder
Elke Gergs, Telefon: (040) 89 69 80-45.FLAKS e.V., Zentrum für Frauen in Altona, Alsenstraße 33, 22769 Hamburg
, www.flaks-zentrum.de

Ab sofort jeden Donnerstag, 14.30 h - 15.30 h, Integrationszentrum Wilhelmsburg, Rudolfstraße 5:
Kultursensible psychosoziale Beratung in Arabisch und Persisch
Für jede Sprache sind sowohl weibliche als auch männliche Berater*innen vorhanden. Die Berater*innen kommen von IPSO, einer humanitären Organisation für kultursensitive seelische Gesundheitsfürsorge, und wurden dort auch ausgebildet.
In einem geschützten Raum können sich die Menschen ohne vorherige Anmeldung beraten lassen.


Arbeit als Bufdi (Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst) für Geflüchtete:

AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. hat offene Plätze
AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. hat offene Plätze im Bundesfreiwilligendienst für Geflüchtete in den Einsatzbereichen Kinderbetreuung, Gärnterei/Landwirtschaft, Fahrradwerkstatt und Logistik/Kleiderkammer in den Stadtteilen Altona, Bergedorf, Eimsbüttel und Großhansdorf.
Alle Infos gibt es hier: https://www.afs.de/fwd-in-deutschland.de


Fortbildung für Ehrenamtliche:

Interkulturell-didaktische Kompetenz
Die Hamburger Volkshochschule bietet eine kostenlose Weiterbildung für Ehrenamtliche, die in Kurs- oder Gruppenformaten der Sprachförderung arbeiten, zum Thema interkulturell-didaktische Kompetenz an. Es handelt sich um eine Wochenend-Fortbildung (insg. 16 Unterrichtseinheiten an einem Wochenende), die im Rahmen des Projekts „Einstieg Deutsch“ entwickelt wurde. Es gibt insgesamt drei Termine im September, Oktober oder November 2018. Die Plätze sind sehr begrenzt.
Alle Informationen finden Sie in einem Infoblatt auf fluechtlingshilfe.us16.list-manage.com, das der Deutsche Volkhochschulverband, Projektträger von „Einstieg Deutsch“, herausgegeben hat.

 

 

 

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„Vielleicht schreibe ich ein Buch über Wilhelmsburg“

Chamberlain

han. Wilhelmsburg hat es ihr angetan. Julie Chamberlain hat 2011 zum ersten Mal den weiten Weg aus Kanada auf die Elbinsel hinter sich gebracht. Im Rahmen einer Studienreise kam die heute 39-Jährige nach Wilhelmsburg, hat ein Praktikum im Haus der Jugend gemacht und ihre Masterarbeit über den Stadtteil geschrieben - besser gesagt über die Veränderungen, die dem Stadtteil damals bevorstanden. „Es ging um die IBA und welche Perspektive die IBA-Verantwortlichen auf Wilhelmsburg hatten“, sagt Chamberlain. Sie hat Soziale Arbeit studiert, Wilhelmsburg als „hochstigmatisierter, armer Stadtteil“ hat sie zum Gegenstand ihrer wissenschaftlichen Arbeit gemacht. „In meiner Masterarbeit habe ich argumentiert, dass die IBA eine rassistische Perspektive auf die Einwohner von Wilhelmsburg hatte. Migranten wurden so dargestellt, als seien sie der Grund, weshalb eine Transformation im Stadtteil erfolgen müsste“, so Chamberlain.
Julie Chamberlain spricht fließend Deutsch. In der Schule hatte sie keine Lust auf Französisch, deswegen hat sie sich für Deutsch entschieden und einige Monate als Austauschschülerin in Paderborn verbracht. Wilhelmsburg gefällt ihr gut, sie mag es, dass der Stadtteil so grün ist und man hier so schnell mit Menschen ins Gespräch kommt. „Toronto ist da eher etwas zurückhaltend. Außerdem mag ich an Wilhelmsburg, dass man hier so viele verschiedene Sprachen auf der Straße hört.“
In den letzten drei Jahren hat Chamberlain etwa ein Jahr in Wilhelmsburg verbracht, um für ihre Doktorarbeit zu forschen, die um die Veränderungen des Stadtteils nach der IBA geht (siehe S. 12). In den nächsten Tagen wird sie zurück nach Kanada fliegen, denn am Ende des Jahres soll die rund 250-seitige Doktorarbeit fertig sein. Aber auch danach wird Chamberlain wohl noch immer nicht genug von Wilhelmsburg haben. „Ich habe so viel Material für meine Doktorarbeit, der Platz wird wahrscheinlich gar nicht ausreichen. Vielleicht schreibe ich danach noch ein Buch über Wilhelmsburg.“

 


 

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DIH-Timetable
Regelmäßige Angebote des Vereins Die Insel Hilft:

Die meisten Veranstaltungen finden im Inselhaus, Erlerring 1, in Kirchdorf-Süd statt, aber nicht alle.
Bitte dort nachfragen!
Sprechzeiten von Diana Ennet: Montag 10 bis 18 Uhr,
Dienstag 12.30 bis 15.30 Uhr,
Mittwoch 12 bis 15.30 und
Donnerstag 10 bis 15 Uhr
Tel.: 040 – 35628667
Email: buero@inselhilfe.org

Aktuelle Termine auf der Website:
www.fluechtlingshilfe.org/kalender/

Deutschlernhilfe: Unterstützung zum Deutsch lernen von der Alphabetisierung, Erweiterung des Wortschatzes, Fragen zur Grammatik.
Klönschnack: Einfach in gemütlicher Runde Deutsch sprechen.
Nähcafé: Nähmaschinen und etwas Material sind vorhanden.
Tandem: Beim kulturellen Austausch lernen beide Seiten dazu.
Kochen: Gemeinsam Speisen aus anderen Kulturen zubereiten und essen
Musikabende: Musik verbindet über Grenzen.
Weltcafé: Ein fester Termin am Donnerstagvormittag
Werkstatt ohne Grenzen: Einführung in die Metall- und Holzverarbeitung.
Wohnungssuche in Hamburg: Unterstützung bei der selbstständigen Suche

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Elterschule Wilhelmsburg sucht zum 4.9.2018 Kursleiter*in für den Interkulturellen Treff

Tätigkeit auf Honorarbasis. Die Aufgabenbereiche sind:
Durchführung des Interkulturellen Treffs für Frauen, Informationen zu unterschiedlichen Themen, insbesondere über Erziehung in der Migration, Beratung rund um den Familienalltag, Kurslistendokumentation, Teilnahme an Kursleiter*innenbesprechungen
Erforderliche Kenntnisse und Fähigkeiten:

Beratungserfahrungen, besonders im Bereich Migration, Ansprache und Unterstützung der Frauen im Setting Interkultureller Treff, erwünscht: Bilingualität, Kooperations- und Teamfähigkeit, selbstständiges und strukutriertes Arbeiten

Kurzbewerbungen senden Sie bitte per Mail an:
Elternschule in der Zeidlerstr., Frau Dragana Prgomelja, Dragana.
prgomelja@hamburg-mitte.hamburg.de//Elterschule im Tor zur Welt,
Frau Birgit Trosien, Birgit.trosien@hamburg-mitte.hamburg.de

 

 

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Rechtsberatung
Die Refugee Law Clinic berät ab jetzt jeden 1., 3. und 5. Freitag zwischen 15 und 18 Uhr im Monat Geflüchtete in der Poliklinik Veddel (bisheriger Standort: Inselhaus von Die Insel Hilft e.V.).
Zusätzlich gibt es eine Frauenberatung am 2. Freitag des Monats zwischen 15 und 18 Uhr.
Poliklinik Veddel, Am Zollhafen 5b, 20539 Hamburg

 

Beratung zu Ausbildung und Beruf
Das Projekt W.I.R. richtet sich an geflüchtete Menschen, die eine Aufenthaltserlaubnis oder eine Aufenthaltsgestattung haben und auf der Suche nach Arbeit, einem Ausbildungs- oder Praktikumsplatz sind.
Das Projekt bietet jeden Dienstag von 9 bis 12 Uhr (Harburger Ring 35, 21073 Hamburg) oder jeden Mittwoch von 9 bis 13 Uhr (Millerntorplatz 1, 20359 Hamburg) eine offene Sprechstunde zum Thema Beruf und Ausbildung an.


 

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Wie finde ich eine Wohnung?
Neues Team im Inselhaus berät Menschen bei der Wohnungssuche

Wohnungen

Die Suche nach Wohnungen beschäftigt die meisten Geflüchteten besonders.
„Die Insel hilft“ hat reagiert und bietet nun wieder eine Sprechstunde dazu an.
Ralf (rechts) und Sakina (Foto unten) bilden das neue Sprechstunden- Team.
Inselhausleiterin Diana Ennet unterstützt sie dabei
.
Foto: han

Diana Ennet/han. Sie will sich sozial engagieren. Sie will die Zeit zwischen ihrem Abitur und dem Beginn ihres Studiums „sinnvoll“ nutzen. Deswegen arbeitet Sakina Attalla ehrenamtlich bei „Die Insel Hilft“ (DIH) mit. „Ich habe von dem Wohnungsprojekt gehört. Ich kann mir vorstellen, dass es sehr wichtig für Geflüchtete ist, nicht mehr in Camps, sondern in eigenen Wohnungen zu leben“, sagt die 19-Jährige. „Und dass es hier in Hamburg schwierig ist, eine Wohnung zu finden, das weiß ja jeder.“

Sakina

Sakina Attalla berät Wohnungssuchende.
Foto:ein

Schon 2015 haben Ehrenamtliche von DIH eine wöchentliche Sprechstunde organisiert, in der es nur um Hilfe zur Selbsthilfe bei der Wohnungssuche geht. „Wir dachten, wir können den Zufluchtsuchenden auf alle möglichen Fragen eine Antwort geben. Aber alle hatten nur eine Frage: Wie finde ich eine Wohnung?“, erinnert sich eine Ehrenamtliche.
Deswegen haben sie eine 25-seitige Broschüre entwickelt, in denen die ersten Schritte für eine erfolgreiche Wohnungssuche beschrieben werden. „In der Broschüre werden viele Begriffe erklärt, Formularvordrucke und Textbausteine angeboten und auf mehreren Seiten sind die Wohnungsbaugenossenschaften und Adressen für die Wohnungssuche aufgeführt“, sagt Diana Ennet, Leiterin des Inselhauses. Die Broschüre ist derzeit in sechs Sprachen übersetzt und auf der Internetseite von DIH zum Herunterladen bereitgestellt.

Sakina bildet gemeinsam mit Ralf das neue Team für die Sprechstunde zum Thema Wohnungssuche, weil das alte Team keine Zeit mehr für die ehrenamtliche Arbeit bei DIH hatte. Diana Ennet unterstützt die Beiden, bis sich Verstärkung gefunden hat. Jeden Montag von 16 bis 18 Uhr bieten sie im Inselhaus Beratung zur Wohnungssuche an. Die Suchenden können sich unter sprechstunde@inselhilfe.org oder telefonisch im Büro des Inselhauses unter 040-35 62 86 67 anmelden. Bei großer Nachfrage sind auch Infoveranstaltungen geplant.
„Wichtig ist zu wissen, dass wir keine Wohnungen haben, die wir anbieten. Wir wollen die Menschen unterstützen, sich selbstständig und selbstbewusst um eine Wohnung zu bemühen. Denn mit einer guten Vorbereitung und vollständigen Unterlagen hat man bessere Chancen bei der Wohnungssuche“, sagt Ralf. Außerdem sei es von Vorteil, wenn Beratungssuchende jemanden als Dolmetscher mitbringen könnten.

 

 

 




 

 

 

 

 

 

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