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“Wir haben Zeit“ |
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Neues Beratungsangebot:
treffpunkt.elbinsel bietet jetzt Sozialberatung |
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Sozialhilfe-Regelsätze
2012 zum Teil leicht
erhöht |
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Widersinnig |
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10 Jahre
Müttertelefon |
“Wir haben Zeit“
Projekt „Jugend Aktiv“: Sieben BeraterInnen aus
verschiedenen Wilhelmsburger und Veddeler
Einrichtungen bieten arbeitslosen Jugendlichen
umfassende Einstiegshilfen in das Berufsleben an

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Fünf vom Projekt „Jugend Aktiv“
(von vorn
nach hinten): Gül Çekel, 44, von Veddel
aktiv e.V., Juliane Baade, 34, von Gangway
e.V., Gordana Prgomelja, 32, von der BI
Beruf und Integration gGmbH, Dragana
Prgomelja, 35, von der BI, und Philippe
Sandberger, 40, von Gangway.
Foto: sic |
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sic. Niemand kennt die genaue Zahl derjenigen, die durch alle Raster gefallen
sind, die nirgends mehr auftauchen, in keinem Amt, keiner Schule, keiner
„Maßnahme“: Arbeitslose Jugendliche, die es aus unterschiedlichen Gründen
schon früh aus der geregelten Bahn geworfen hat und die kaum Vertrauen in
öffentliche Institutionen haben. Für sie ist das neue Projekt „Jugend Aktiv“ da. Insgesamt sieben SozialpädagogInnen aus drei Einrichtungen stehen seit
Herbst 2011 als Ansprechpartner, Coaches und Begleiter für junge Menschen
zwischen 18 und 25 Jahren zur Verfügung.
Jugend Aktiv bietet individuelle Begleitung. „Wir nehmen uns ganz viel Zeit
für jeden Einzelnen“, erzählt Mitarbeiterin Dragana Prgomelja, „Jeder hat seine
Geschichte, und die möchten wir erstmal kennen lernen.“ Es geht darum,
gemeinsam mit den Jugendlichen herauszufinden, was das Richtige für sie
sein kann, und dann Schritt für Schritt dort hin zu kommen. „Es muss nicht
immer der ‚gerade‘ Weg sein“, erklärt Kollegin Juliane Baade, „viel wichtiger
ist es, zu erkennen: ‚Was will ich? Was kann ich?‘“
Zu Beginn gilt es oft, Stolpersteine und Barrikaden aus dem Weg zu räumen.
Denn meist sind es persönliche Probleme, die die Jugendlichen daran hindern,
ein selbstbestimmtes Leben zu führen. „Das können zum Beispiel Schulden
sein, Drogenprobleme, aber auch Krankheit. Ich habe schon Klienten ins Krankenhaus
begleitet und natürlich bei Behördengängen“, berichtet Mitarbeiterin
Gül Çekel. Ihr Kollege Philippe Sandberg ergänzt: „Wir möchten die Jugendlichen
auch mit ihrem Bezirk vertraut machen, möchten ihnen zeigen, wo es
Beratungsstellen und Treffpunkte gibt, an die sie sich wenden können. Ganz
wichtig natürlich auch: ‚Wer unterstützt mich im privaten Bereich? Wo habe ich Freunde? Was ist mit meiner
Familie?‘ Wir helfen, dass
die Jugendlichen sich selbst
ein gutes Netz aufbauen können.“
Erst nach Klärung der
persönlichen Situation wird die
Ausbildungs- oder Berufsfrage
angepackt. „Da überlegen wir
dann gemeinsam, welche Beschäftigung
es sein kann, oder
welche Form der Ausbildung,
oder ob erstmal noch ein
Schulabschluss gebraucht
wird“, erläutert Gordana Prgomelja.
In dieser Phase wird
sehr viel mit der BI Beruf und
Integration zusammengearbeitet,
die eine Vielzahl von Qualifizierungs- und Berufsvorbereitungsangeboten
hat. Für
diesen Bereich steht dort der
Kollege Martin Kaul bereit, der
außerdem Kompetenzfeststellung
macht und Kontakt zu Firmen
hält. „Wenn ein Jugendlicher
dann gut ‚untergebracht‘
ist, sind wir für Anfangsprobleme
oder Krisen weiterhin für
ihn da, solange eben, bis er
wirklich auf eigenen Füßen
steht“, erklärt Juliane Baade.
Zu Jugend Aktiv kann jeder kommen. Ausschlusskriterien gibt es nicht! Einzige
Voraussetzung: „Der Veränderungswunsch muss da sein“, so Dragana
Prgomelja. Und wer‘s beim ersten Mal dann doch noch nicht packt, der darf
es später noch mal versuchen. „Irgendwann klappt‘s“, so Prgomelja.
Wer sich einmal entschlossen hat, den Neuanfang zu wagen, bekommt ganz
schnell einen Termin. „Morgen oder übermorgen“, verspricht Philippe Sandberger.
Gern können sich auch Eltern, LehrerInnen, MitarbeiterInnen anderer
Einrichtungen an Jugend Aktiv wenden, wenn sie glauben, jemanden zu kennen,
der dort gut aufgehoben wäre. „Und wir gehen auch zu Jugendlichen hin,
die sich nicht trauen, von sich aus zu uns zu kommen“, versichert Gül Çekel.
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Infos:
Jugend Aktiv
Ort: In Wilhelmsburg: Haus der Jugend
Kirchdorf, Krieterstraße 11
Veddel: Stadtteilladen Veddel,
Immanuelstieg 5
Kontaktaufnahme:
1. Per Telefon
einen Termin vereinbaren:
Haus der Jugend Kirchdorf, Tel. 7546566,
Stadtteilladen Veddel, Tel. 785842
Jeweils einfach anrufen und sagen, dass man
zu Jugend Aktiv möchte
(auch Nachricht auf
Anrufbeantworter hinterlassen).
2. Einfach hingehen:
Stadtteilladen Veddel, mi 14 - 20 h ist Gül
Çekel da.
Haus der Jugend Kirchdorf, geöffnet mo - sa
nachmittags
(wenn von Jugend Aktiv keiner
da ist, kann man eine Nachricht hinterlassen). |
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Neues Beratungsangebot:
treffpunkt.elbinsel bietet jetzt Sozialberatung an
Isa Bozic. Benötigen Sie Hilfe im Umgang mit Behörden, Gerichten, dem
Vermieter, Firmen oder sonstigen Institutionen? Unterstützung erhalten Sie
ab jetzt von der Sozialberatung in den Räumen des treffpunkt.elbinsel mit
Mustafa Kerecin. Das Angebot ist kostenlos.
Wir freuen uns auf Sie auf Ihre Fragen, seien Sie herzlich willkommen! Die Sozialberatung wird vom Fachamt
Sozialraummanagement, Bezirk Hamburg Mitte in Kooperation mit dem
treffpunkt.elbinsel angeboten.
Sozialberatung: Jeden Dienstag von 15 bis 18 h
treffpunkt.elbinsel (alsterdorf assistenz west gGmbH),
Fährstrasse 51 (Reiherstiegviertel)
Kontakt: Isa Bozic, Tel. 319 738 69; Mustafa Kerecin, Tel. 428 542
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Sozialhilfe-Regelsätze
2012 zum Teil leicht
erhöht
Seit 1. Januar 2012 gelten
folgende Regelsätze:
Alleinstehende und alleinerziehende
Leistungsberechtigte: 374 Euro
(bisher 364 Euro)
Ehegatten und Lebenspartner: 337 Euro
(bisher 328 Euro)
Erwachsene Leistungsberechtigte
ohne eigenen Haushalt: 299 Euro
(bisher 291 Euro)
Kinder bis zur Vollendung des 6.
Lebensjahres: 219 Euro (bisher 215 Euro)
Jugendliche vom Beginn des 15. bis zur
Vollendung des 18. Lebensjahres:
287 Euro (nicht gestiegen)
Kinder vom Beginn des 7. bis zur
Vollendung des 14. Lebensjahres:
251 Euro (nicht gestiegen)
Die Regelsätze für Kinder, Jugendliche und
Jungerwachsene werden durch das vor einem
Jahr eingeführte Bildungs- und Teilhabepaket
ergänzt. Danach gelten Schulbedarf, Klassenreisen,
Lernförderung, Schul-Mittagessen,
Sport, Musik, Kultur und Freizeiten als
eigenständige Bedarfe neben dem Regelsatz.
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Widersinnig
sic. Seit neun Jahren
berichte ich nun über
Hilfsangebote im sozialen
Bereich. Ein Reigen immer
neuer Einrichtungen
und Projekte ist in diesen
Jahren an mir vorbeigezogen.
Auch „Jugend Aktiv“ ist nicht das erste
Projekt zur Qualifizierung benachteiligter Jugendlicher,
das ich vorstelle. Es ist - mal wieder
- ein neuer Versuch, jungen Menschen, die aus
dem System gerutscht sind, eine Perspektive
für ihr Leben aufzuzeigen.
Nicht, dass wir uns missverstehen: Ich finde
es gut, was Jugend Aktiv tut. Jeder Versuch,
den betroffenen Jugendlichen eine Chance zu
eröffnen, ist richtig und wichtig. Es darf nicht
passieren, dass sie über lauter neuen Schulen
und Bildungskonzepten und schicker Architektur
in Vergessenheit geraten, jene geschätzten
15 Prozent, die die Schule ohne Abschluss verlassen
oder/und nach der Schule keinen Anschluss
finden und sich, wenn überhaupt,
höchstens noch mal in den Einrichtungen der
offenen Jugendarbeit blicken lassen. Bei Jugend
Aktiv ist besonders positiv, dass ein Großteil
der MitarbeiterInnen mit den Gegebenheiten
der Elbinseln vertraut ist und einen reichen
Erfahrungsschatz in die Arbeit einbringen kann.
Doch was so ärgerlich und frustrierend ist: In
den genannten neun Jahren haben sich die
Projekte nicht verstetigt. Kaum eines ist geblieben.
Der Reigen ergab sich nur aus einer ungeheuren
Fluktuation, nicht aus einer steigenden
Anzahl. Und das ist ja auch kein Wunder,
wenn alle nur noch eine projektgebundene Finanzierung
unter irgendeinem neuen Schlagwort
und für einen von vornherein begrenzten
Zeitraum erhalten. Kontinierliches Arbeiten
wird so kaum möglich, und das bedeutet auch,
dass die allseits gewünschte Vernetzung von
Hilfsangeboten nicht richtig funktionieren kann.
Außerdem müssen die Projekte viel zu oft wieder
bei nahezu null anfangen. Auch Jugend Aktiv
läuft unter einem „neuen“ Programm für
ganz Hamburg, wird aus EU-Mitteln finanziert
und hat „Frist“ bis August 2013.
Übrigens: KlientInnen von Jugend Aktiv könnten
als Einstieg wunderbar in der Gastronomie
des Lauren-Janssen-Hauses qualifi ziert werden.
Die Einrichtung arbeitet in diesem Bereich
nachweislich mit Erfolg. Doch das geht nun nicht
mehr: Das Laurens-Janssen-Haus musste aufgrund
der 1-Euro-Kürzungen dicht machen.
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Bundesweit und täglich:
10 Jahre
Müttertelefon
PM. Trennungskummer, Erziehungsärger,
Krankheit, Geldsorgen oder zu hohe Arbeitsbelastung:
Egal, um welches Problem es geht, die
Beraterinnen des Müttertelefons haben immer
ein offenes Ohr für ihre Anruferinnen.
Seit zehn Jahren leisten sie täglich von 20 bis
22 Uhr Telefondienst für Mütter, bundesweit
und anonym. Mehr als 1000 Frauen aus ganz
Deutschland suchen jedes Jahr ihren Rat. „Viele
Frauen haben niemanden, mit dem sie über
ihre Probleme sprechen können oder möchten
ihre Sorgen lieber anonym teilen“, beschreibt
Martina Trautmann die Motivation ihrer Anruferinnen.
Sie ist selbst zweifache Mutter und eine
der Ansprechpartnerinnen am Müttertelefon.
40 Mütter mit unterschiedlichem beruflichen
Hintergrund versehen ehrenamtlich den Dienst
am Telefon. Sie alle sind für die Anforderungen
dieses Telefondienstes geschult und nehmen
regelmäßig an Fortbildungen und Supervision
teil.
Das Müttertelefon ist kostenfrei
erreichbar unter 0800-333 2 111
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