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1-Euro-Mogelpackung |
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Verkehrschaos 2013? |
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Liebe Leserinnen und Leser, |
1-Euro-Mogelpackung
Auch die sozialen Einrichtungen in Wilhelmsburg
kämpfen weiter ums Überleben. Mit absurden „Überbrückungsgeldern“,
Notbetrieb oder ehrenamtlicher
Arbeit halten sie sich mehr schlecht als recht über
Wasser. Eine echte Perspektive gibt es bisher nicht.

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Plakat am Laurens-
Janssen-Haus.
Foto: hk |
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hk. Man müsste über die „Schildbürgerstreiche“
der Sozialbehörde lachen, wenn
es nicht so traurig wäre. Am 9. Dezember
gab es noch ein Treffen zwischen Vertretern
der Wilhelmsburger Träger und Sozialsenator
Scheele. Themen waren dort die
Nutzung des Überbrückungsfonds, um die
endgültige Schließung von Einrichtungen
zum 1.1. zu verhindern. Außerdem wurde
eine Fachkonferenz zu diesem Bereich im
ersten Quartal 2012 angedacht.
Im Dezember saßen dann wie in ganz Hamburg
auch in Wilhelmsburg die Mitarbeiter
der meisten 1-Euro-Einrichtungen auf gepackten
Koffern. Sie wussten nicht, ob sie
ihre Räume zum Jahresende verlassen müssen,
oder ob es doch im Januar irgendwie
weitergehen würde. Die Arbeitsloseninitiative
Wilhelmsburg (AIW) z.B. hat alle ihre
1-Euro-Stellen verloren, ebenso das Laurens-Janssen-Haus. Die 1-Euro-Jobber sitzen
seit dem 1. Januar auf der Straße. Geblieben
sind den Einrichtungen die wenigen
Festangestellten. Die AIW hat zudem noch
22 16e-Stellen. Das sind Langzeitarbeitslose
mit „Vermittlungshemmnissen“, die einen
regulären Arbeitsvertrag haben mit Tariflohn und Sozialversicherungsschutz.
Wenige Tage vor Weihnachten bewilligte
die Sozialbehörde dann die Überbrückungsgelder
in Höhe von insgesamt 1 Mio.
Mit Geld aus diesem Topf kann etwa das
Laurens-Janssen-Haus nun die Miete für
die nächsten Monate bezahlen - und hatte
Glück, dass der Vermieter das Hin und
Her mitmachte (WIR 12/11). Und die AIW
hat eine kleine Summe für Honorare. Außerdem
genehmigte das Jobcenter kurz vor Jahresende nach erheblichem öffentlichen
Druck doch noch 500 neue 1-Euro-
Stellen. Allerdings werden sie nicht vor April
eingerichtet. Die neuen Stellen würden
jetzt genau wie vor einem halben Jahr ausgeschrieben,
sagt Birgit Veyhle vom Laurens-Janssen-Haus: „Dann müssen wir uns
wieder bewerben und warten, ob und wie
viele Stellen wir im April erhalten.“ Und von
der angekündigten Mitsprache der Bezirke
bei der Verteilung der Stellen ist nicht mehr
die Rede. So ist die groteske Situation: Die
Räume des Laurens-Janssen-Hauses - und
anderer Einrichtungen - sind für die nächsten
Monate finanziert, aber geschlossen!
Die AIW will wenigstens die Lebensmittelausgabe
im Alten Deichhaus mit ehrenamtlichen
Helfern aufrecht erhalten. Die Parkpflege muss jetzt ganz aufgelöst werden.
Es soll noch mit einigen Jobbern ein Haus-und
Gartenservice für bedürftige Menschen
angeboten werden. Und die Möbelhilfe
Wilhelmsburg zog
zu den anderen AIW Betrieben
in den Werkhof in
der Industriestraße 117.
Im Laurens-Jansen-Haus
geht zumindest die Veranstaltungsreihe
weiter.
„Und wir hoffen, das
Cafe demnächst mit einem
Notprogramm öffnen
zu können,“ sagt
Birgit Veyhle. Wie es im
April weitergeht, steht
für die Einrichtungen in
den Sternen. Die Sprecherin
der Beschäftigungsträger, Petra Lafferentz, nennt die
Bewilligung der 500 1-Euro-Stellen durch
das Jobcenter dann auch eine Mogelpackung.
Viele Einrichtungen könnten ihre
Arbeit bis April nicht zwischenfinanzieren
und sind damit tatsächlich schon jetzt am
Ende. Das Jobcenter lässt zudem keinen
Zweifel daran, dass es diese neuen 1-Euro-Stellen eigentlich gar nicht will. Und auch
der öffentliche Einsatz des Senators für die
Stadtteileinrichtungen erscheint nicht sehr
glaubwürdig. Seine abfälligen Äußerungen
über die Arbeit der Tafeln sprechen eine
andere Sprache.
Jobcenter und Sozialbehörde verfolgen
das Konzept der Bundesregierung, mit den
drastisch gekürzten Geldern leicht vermittelbare
Arbeitslose, die „marktnahen Kunden“,
schnell in reguläre Jobs zu bringen.
Langzeitarbeitslose und die vielfältigen sozialen
Belange der 1-Euro-Einrichtungen in
den Stadtteilen kommen darin nicht vor.

Der Werkhof der AIW in der Industriestraße lädt am
Freitag, 20.1.,
zu einer „Wir-sind-noch-da“-Party ein
(siehe „Last Minute, Seite 2).
Im Werkhof sind jetzt das
Sozialkaufhaus Sammelsurium, book & byte, die
Möbelhilfe und die Fahrradwerkstatt.
Foto: S. Timmermann
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Verkehrschaos 2013?
Ein Nachtrag
hk. In der letzten Ausgabe haben wir zur
Verkehrsplanung während der Gartenschau
fälschlich geschrieben, dass die Reichsstraße
zwischen den Abfahrten Süd und Georgswerder
für LKW gesperrt werden soll.
Tatsächlich soll die Sperrung aber nur von
Auffahrt Süd bis Auffahrt Mitte gehen. Das führte Staatsrat Andreas Rieckhof auf einer
Veranstaltung mit Initiativen und Spediteuren
noch einmal aus. Es fragt sich dann allerdings,
ob bei dieser Lösung nicht viele
LKW-Fahrer die Auffahrt Mitte nutzen werden
und es so im Bereich der Mengestraße,
also direkt beim igs-Haupteingang zu mehr
LKW-Verkehr kommen wird. Ein weiterer
Punkt war die Kornweide-Behelfsbrücke,
die ja für LKW-Gespanne eher eine Falle ist.
Dort soll eine zusätzliche Fußgängerbrücke
gebaut werden, um den Besucherverkehr
vom Parkplatz Kornweide/Georg-Wilhelm-
Straße zum geplanten igs-Eingang Süd zu
leiten. Angesichts des gesamten Verkehrs-Szenarios für 2013 müssen sich die WIlhelmsburger
eigentlich fragen, ob die geplante
Reichsstraßensperrung überhaupt in
ihrem Interesse ist.

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Wilhelmsburg, Neuenfelder Str/Ecke Elsterweide: Ein LKW
quält sich durchs Wohngebiet. Schon heute ein alltäglicher
Anblick. Wird das 2013 noch schlimmer?
Foto: hk |
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Liebe Leserinnen und Leser,
wohlgemut starten WIR ins Jahr 2012. WIR freuen uns auf viele neue Themen und spannende
Debatten. WIR haben Lust, zu recherchieren und zu schreiben und uns weiter für
unseren Stadtteil einzusetzen. Vor allem freuen WIR uns wieder auf die Texte und Ideen
von Ihnen und Euch, denn davon soll auch 2012 unsere Von-Vielen-für-Alle-Zeitung leben.
Gegen Ende des vergangenen Jahres haben WIR ein paar Mal zu hören bekommen: „Der
Inselrundblick ist so negativ! Wir wünschen uns mehr positive Berichte!“ Nun ja. Ist das
nicht selbst eine ziemlich negative Sichtweise? Sozusagen mit Tunnelblick nur auf die Texte
zu sehen, die sich eher kritisch mit Vorgängen oder Entwicklungen auseinandersetzen?
Denn WIR finden: In unserer Zeitung gibt es immer auch zahlreiche Berichte über Schönes,
Lebendiges, Interessantes. Vielleicht beim Lesen in Zukunft den Spieß mal umdrehen
und ganz bewusst nach diesen Artikeln suchen? In der vorliegenden Ausgabe zum
Beispiel nach dem Artikel über das neue Veringeck. Oder über das neue Hilfsangebot für
Jugendliche auf CHANCEN.
Außerdem ist es ja so: WIR können nur das drucken, was WIR von den BewohnerInnen
des Stadtteils zugeschickt bekommen, und zusätzlich das, wofür wir selbst aus der Redaktionsgruppe
Kapazitäten und Interesse haben. Und daraus ergibt sich dann diese Mischung,
die von manchen als zu „negativ“ empfunden wird. Da gibt‘s eigentlich nur Eines:
Wer intelligente, qualitätvolle positive Berichterstattung möchte, der greife selbst zur Feder
und schicke uns seine Texte (... von Vielen für Alle ... ).
WIR freuen uns drauf!
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