18.Jahrgang,
Ausgabe 1
Jan. / Feb.
2012
    Startseite Kontakt Archiv Impressum  
 

Titel

Aktuell

Kultur

Veranstaltungen

Chancen

Kinder, Jugend, Bildung

Verschiedenes

Wann... in Wilhelmsburg ?

Wo... in Wilhelmsburg ?

 

Titel

1-Euro-Mogelpackung
Verkehrschaos 2013?
Liebe Leserinnen und Leser,

 

1-Euro-Mogelpackung

Auch die sozialen Einrichtungen in Wilhelmsburg kämpfen weiter ums Überleben. Mit absurden „Überbrückungsgeldern“, Notbetrieb oder ehrenamtlicher Arbeit halten sie sich mehr schlecht als recht über Wasser. Eine echte Perspektive gibt es bisher nicht.

Kiosk geschlossen

 
Plakat am Laurens- Janssen-Haus.
Foto: hk
 

hk. Man müsste über die „Schildbürgerstreiche“ der Sozialbehörde lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Am 9. Dezember
gab es noch ein Treffen zwischen Vertretern der Wilhelmsburger Träger und Sozialsenator Scheele. Themen waren dort die Nutzung des Überbrückungsfonds, um die endgültige Schließung von Einrichtungen zum 1.1. zu verhindern. Außerdem wurde eine Fachkonferenz zu diesem Bereich im ersten Quartal 2012 angedacht.
Im Dezember saßen dann wie in ganz Hamburg auch in Wilhelmsburg die Mitarbeiter der meisten 1-Euro-Einrichtungen auf gepackten Koffern. Sie wussten nicht, ob sie ihre Räume zum Jahresende verlassen müssen, oder ob es doch im Januar irgendwie weitergehen würde. Die Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg (AIW) z.B. hat alle ihre 1-Euro-Stellen verloren, ebenso das Laurens-Janssen-Haus. Die 1-Euro-Jobber sitzen seit dem 1. Januar auf der Straße. Geblieben sind den Einrichtungen die wenigen Festangestellten. Die AIW hat zudem noch 22 16e-Stellen. Das sind Langzeitarbeitslose mit „Vermittlungshemmnissen“, die einen regulären Arbeitsvertrag haben mit Tariflohn und Sozialversicherungsschutz.

Wenige Tage vor Weihnachten bewilligte die Sozialbehörde dann die Überbrückungsgelder in Höhe von insgesamt 1 Mio. Mit Geld aus diesem Topf kann etwa das Laurens-Janssen-Haus nun die Miete für die nächsten Monate bezahlen - und hatte Glück, dass der Vermieter das Hin und Her mitmachte (WIR 12/11). Und die AIW hat eine kleine Summe für Honorare. Außerdem genehmigte das Jobcenter kurz vor Jahresende nach erheblichem öffentlichen Druck doch noch 500 neue 1-Euro- Stellen. Allerdings werden sie nicht vor April eingerichtet. Die neuen Stellen würden jetzt genau wie vor einem halben Jahr ausgeschrieben, sagt Birgit Veyhle vom Laurens-Janssen-Haus: „Dann müssen wir uns wieder bewerben und warten, ob und wie viele Stellen wir im April erhalten.“ Und von der angekündigten Mitsprache der Bezirke bei der Verteilung der Stellen ist nicht mehr die Rede. So ist die groteske Situation: Die Räume des Laurens-Janssen-Hauses - und anderer Einrichtungen - sind für die nächsten Monate finanziert, aber geschlossen!
Die AIW will wenigstens die Lebensmittelausgabe im Alten Deichhaus mit ehrenamtlichen Helfern aufrecht erhalten. Die Parkpflege muss jetzt ganz aufgelöst werden. Es soll noch mit einigen Jobbern ein Haus-und Gartenservice für bedürftige Menschen angeboten werden. Und die Möbelhilfe Wilhelmsburg zog zu den anderen AIW Betrieben in den Werkhof in der Industriestraße 117.
Im Laurens-Jansen-Haus geht zumindest die Veranstaltungsreihe weiter. „Und wir hoffen, das Cafe demnächst mit einem Notprogramm öffnen zu können,“ sagt Birgit Veyhle. Wie es im April weitergeht, steht für die Einrichtungen in den Sternen. Die Sprecherin der Beschäftigungsträger, Petra Lafferentz, nennt die Bewilligung der 500 1-Euro-Stellen durch das Jobcenter dann auch eine Mogelpackung. Viele Einrichtungen könnten ihre Arbeit bis April nicht zwischenfinanzieren und sind damit tatsächlich schon jetzt am Ende. Das Jobcenter lässt zudem keinen Zweifel daran, dass es diese neuen 1-Euro-Stellen eigentlich gar nicht will. Und auch der öffentliche Einsatz des Senators für die Stadtteileinrichtungen erscheint nicht sehr glaubwürdig. Seine abfälligen Äußerungen über die Arbeit der Tafeln sprechen eine andere Sprache.

Jobcenter und Sozialbehörde verfolgen das Konzept der Bundesregierung, mit den drastisch gekürzten Geldern leicht vermittelbare Arbeitslose, die „marktnahen Kunden“, schnell in reguläre Jobs zu bringen. Langzeitarbeitslose und die vielfältigen sozialen Belange der 1-Euro-Einrichtungen in den Stadtteilen kommen darin nicht vor.

AIW Werkhof

 

 

Der Werkhof der AIW in der Industriestraße lädt am Freitag, 20.1.,
zu einer „Wir-sind-noch-da“-Party ein
(siehe „Last Minute, Seite 2).

Im Werkhof sind jetzt das Sozialkaufhaus Sammelsurium, book & byte, die Möbelhilfe und die Fahrradwerkstatt.



Foto: S. Timmermann

 

 

zum Seitenanfang 


Verkehrschaos 2013?
Ein Nachtrag

hk. In der letzten Ausgabe haben wir zur Verkehrsplanung während der Gartenschau fälschlich geschrieben, dass die Reichsstraße zwischen den Abfahrten Süd und Georgswerder für LKW gesperrt werden soll.
Tatsächlich soll die Sperrung aber nur von Auffahrt Süd bis Auffahrt Mitte gehen. Das führte Staatsrat Andreas Rieckhof auf einer Veranstaltung mit Initiativen und Spediteuren noch einmal aus. Es fragt sich dann allerdings, ob bei dieser Lösung nicht viele LKW-Fahrer die Auffahrt Mitte nutzen werden und es so im Bereich der Mengestraße, also direkt beim igs-Haupteingang zu mehr LKW-Verkehr kommen wird. Ein weiterer Punkt war die Kornweide-Behelfsbrücke, die ja für LKW-Gespanne eher eine Falle ist.
Dort soll eine zusätzliche Fußgängerbrücke gebaut werden, um den Besucherverkehr vom Parkplatz Kornweide/Georg-Wilhelm- Straße zum geplanten igs-Eingang Süd zu leiten. Angesichts des gesamten Verkehrs-Szenarios für 2013 müssen sich die WIlhelmsburger eigentlich fragen, ob die geplante Reichsstraßensperrung überhaupt in ihrem Interesse ist.

LKW im Wohngebiet

 
Wilhelmsburg, Neuenfelder Str/Ecke Elsterweide: Ein LKW quält sich durchs Wohngebiet. Schon heute ein alltäglicher Anblick. Wird das 2013 noch schlimmer?
Foto: hk
 

zum Seitenanfang 


Liebe Leserinnen und Leser,
wohlgemut starten WIR ins Jahr 2012. WIR freuen uns auf viele neue Themen und spannende Debatten. WIR haben Lust, zu recherchieren und zu schreiben und uns weiter für unseren Stadtteil einzusetzen. Vor allem freuen WIR uns wieder auf die Texte und Ideen von Ihnen und Euch, denn davon soll auch 2012 unsere Von-Vielen-für-Alle-Zeitung leben.

Gegen Ende des vergangenen Jahres haben WIR ein paar Mal zu hören bekommen: „Der Inselrundblick ist so negativ! Wir wünschen uns mehr positive Berichte!“ Nun ja. Ist das nicht selbst eine ziemlich negative Sichtweise? Sozusagen mit Tunnelblick nur auf die Texte zu sehen, die sich eher kritisch mit Vorgängen oder Entwicklungen auseinandersetzen?
Denn WIR finden: In unserer Zeitung gibt es immer auch zahlreiche Berichte über Schönes, Lebendiges, Interessantes. Vielleicht beim Lesen in Zukunft den Spieß mal umdrehen und ganz bewusst nach diesen Artikeln suchen? In der vorliegenden Ausgabe zum Beispiel nach dem Artikel über das neue Veringeck. Oder über das neue Hilfsangebot für Jugendliche auf CHANCEN.
Außerdem ist es ja so: WIR können nur das drucken, was WIR von den BewohnerInnen des Stadtteils zugeschickt bekommen, und zusätzlich das, wofür wir selbst aus der Redaktionsgruppe Kapazitäten und Interesse haben. Und daraus ergibt sich dann diese Mischung, die von manchen als zu „negativ“ empfunden wird. Da gibt‘s eigentlich nur Eines:
Wer intelligente, qualitätvolle positive Berichterstattung möchte, der greife selbst zur Feder
und schicke uns seine Texte (... von Vielen für Alle ... ).
WIR freuen uns drauf!

zum Seitenanfang  


 

 

 

 

    Startseite
Kontakt
Impressum